Bilanz 2006
Pharmafusion bekommt Bayer bestens

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im vergangenen Jahr glänzend abgeschnitten. Grund war neben den guten Geschäften in der Gesundheitssparte vor allem die Übernahme des Berliner Konkurrenten Schering. Der Zukauf soll die Leverkusener in der nahen Zukunft ein großes Stück nach vorne bringen.

HB LEVERKUSEN. "Wir erzielten ein neues Rekordergebnis", erklärte Konzernchef Werner Wenning am Donnerstag in Leverkusen bei der Vorlage der Bilanz 2006. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen habe sich um 14,2 Prozent auf 3,48 Mrd. Euro erhöht. Analysten hatten allerdings im Durchschnitt etwas mehr erwartet. Unter dem Strich blieb ein um 5,4 Prozent gestiegener Jahresgewinn von 1,68 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz nahm 2006 um 17,2 Prozent auf 28,96 Mrd. Euro zu. Im Schlussquartal 2006 hatte sich das Ebit vor Sondereinflüssen um 12,5 Prozent auf 622 Mill. Euro erhöht. Auch hier hatten Analysten etwas mehr erwartet

Für das laufende Jahr gab sich das Management optimistisch: Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den ersten zwei Monaten stimme Bayer zuversichtlich. Der Konzernumsatz solle 2007 um mehr als 10 Prozent wachsen, währungsbereinigt und bereinigt um Verkäufe sei dies ein Plus von 5 Prozent. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle ebenfalls um mehr als 10 Prozent zulegen.

Der Konzern hatte im vergangenen Jahr Schering nach einem Bieterkampf mit der Darmstädter Merck für rund 17 Mrd. Euro übernommen und sich zur Finanzierung unter anderem rund 1,2 Mrd. Euro über eine Kapitalerhöhung beschafft. Es war der größte Zukauf in der mehr als 140-jährigen Bayer-Firmengeschichte. Rund jeder zehnte der etwa 60 000 Arbeitsplätze in den zusammengefassten Gesundheitsparten soll im Zuge der Schering-Integration wegfallen. Dies soll dazu beitragen, ab 2009 Einsparungen von 700 Mill. Euro zu erreichen.

Hehre Renditeziele

Die Großübernahme soll Bayer bei der Ertragskraft weiter voranbringen. So will der Konzern im Jahr 2009 eine operative Rendite auf Basis des bereinigten Ebitda von 22 Prozent erzielen; in 2006 lag der Wert bei 19,3 Prozent. Für die Gesundheitssparte hob der Konzern sein operatives Renditeziel an. 2009 soll der Geschäftsbereich nun auf eine Ebitda-Marge von 27 Prozent kommen. Bislang wurden 25 Prozent erwartet.

Parallel zur Bilanzvorlage nominierte der Aufsichtsrat drei neue Aktionärsvertreter für die Kapitalseite. Clemens Börsig, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank, Klaus Sturany, Vorstandsmitglied bei RWE AG, und der frühere BMW-Chef Helmut Panke würden in das Gremium berufen, teilte Bayer am Donnerstag mit. Es sei vorgesehen, dass Manfred Schneider Vorsitzender des Aufsichtsrates bleibe.

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