Bilanz 2011
EnBW macht 800 Millionen Euro Verlust

Die Abschaltung zweier Atomkraftwerke hat EnBW 2011 schwer getroffen. Der Energiekonzern macht mehr als 800 Millionen Euro Verlust. Auch für die nächsten Jahre sieht es schlecht aus.
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Frankfurt/KarlsruheDer Energiekonzern EnBW hat nach der Abschaltung zweier Atomkraftwerke für 2011 einen hohen Verlust in den Büchern. Wegen außerordentlicher Belastungen habe sich ein Konzernfehlbetrag von 816 Millionen Euro ergeben, teilte der drittgrößte deutsche Energiekonzern am Mittwoch mit. Im Vorjahr hatte unter dem Strich noch ein Gewinn von 1,2 Milliarden Euro gestanden.

Beim Umsatz konnte der Konzern zulegen. Er stieg von 17,5 auf knapp 18,8 Milliarden Euro. Davon wurden knapp 16,2 Milliarden Euro mit Strom verdient. Dies ist im Vergleich zu 2010 ein Plus von 7,9 Prozent. EnBW werde auch seine ursprünglichen Wachstums- und Ergebnisziele für 2012 und 2013 nicht erreichen, erklärte der scheidende Vorstandschef Hans-Peter Villis im Geschäftsbericht. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Ebitda) werde im laufenden Jahr um zehn bis 15 Prozent sinken. „Dieser Trend wird sich 2013 fortsetzen“, sagte Villis.

Die Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Energiewende soll beim viertgrößten deutschen Stromversorger noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die Bereitschaft dazu zeige das Vertrauen der beiden Großaktionäre, des Landes Baden-Württemberg und des kommunalen Zweckverbandes OEW, in das Unternehmen, sagte Villis auf der Bilanzpressekonferenz in Karlsruhe. Beide hatten grundsätzlich grünes Licht für die auf 800 Millionen Euro taxierte Kapitalerhöhung gegeben.

Der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) hatte die Kapitalspritze für den Sommer in Aussicht gestellt. Villis äußerte sich nicht zum Zeitplan. Dabei können sie im Gegenzug nur mit einer geringeren Ausschüttung von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) rechnen. Die Dividende soll auf 85 Cent (2010: 1,53 Euro) gesenkt werden.

Damit kassieren das Land und die OEW jeweils knapp 100 Millionen Euro. Für Baden-Württemberg reicht dies nicht, um wie erhofft daraus die Zinsen auf den Milliardenkredit zur Übernahme des Anteile des französischen Energiekonzerns EdF vor einem Jahr zu zahlen. Villis stellte seine letzte EnBW-Jahresbilanz vor; er wird das Haus spätestens im Herbst verlassen.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bilanz 2011: EnBW macht 800 Millionen Euro Verlust"

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  • Ein AKW als umweltfreundlich zu bezeichnen, und es gar als klimafreundlich zu bezeichnen wäre in der Tat eine Katastrophe! Denn wenn das den Leuten bewusst wäre, dann würde die gesamte Existenzgrundlage der "Erneuerbaren" wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

  • das komentar vom vandalen kann eigentlich nur von einem lobbyvertreter kommen!ein kernkraftwerk als umweltfreundlich zu bezeichnen ist schon als beleidigung für einen gesunden und gebildeten sachverstand zu verstehen.die gewinnung von uranoxid und die energiegerzeugung sind mit enormen umweltbelastungen durch strahlende abfälle verbunden.die kosten für ein atomkraftwerk sind auch aus steuermitteln mitfinanziert-endlagerung,subventionen....!ich finde es unerträglich das ständig von einer sauberen und günstigen energiegewinnung gesprochen wird,da sie eigentlich genau das gegenteil ist

  • Sorry, das ist nichts weiter als eine Bilanzmanipulation!
    ENBW hat den Umsatz auf 18.789,7Mio (2010: 17.509,0Mio) EUR steigern können. Der Stromabsatz stieg ebenfalls auf 155,7Mrd kWh (2010: 146,9Mrd kWH).
    Bei den Aktiva stieg das Umlaufvermögen auf 5.114,6Mio EUR (2010: 4.329,4Mio EUR), davon stieg der Anteil von Wertpapieren und flüssigen Mitteln auf 2.302,9Mio EUR (2010: 1.711,5Mio EUR). Allein hier sind schon ca. 600Mio versteckt!
    Auch die Rückstellungen stiegen auf 4.774,2Mio EUR (2010: 4.055,6Mio EUR), eine weitere Differenz von ca. 700Mio EUR.

    ENBW hat in Wirklichkeit üppige Gewinne gemacht. Nur um die Öffentlichkeit und möglicherweise auch die Politik zu täuschen, hat man tüchtige Bilanzkosmetik gemacht, so daß ein Verlust herauskam.

    Wenn ich mir die Argumentationen der letzten Wochen zum EEG betrachte und gleichzeitig die im Verhältnis zum Vorjahr gestiegenen realen Gewinne ansehe, daß fühle ich mich betrogen - von Wirtschaft und von der Politik.

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