Bilanz 2011
Henkel legt Rekordzahlen vor

Henkel ist in Rekordlaune: Der Hersteller von Klebstoff, Waschmitteln und Kosmetik hat seinen Gewinn auf 1,3 Milliarden Euro gesteigert - das beste Ergebnis der fast 140-jährigen Firmengeschichte.
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DüsseldorfDer Konsumgüterkonzern Henkel hat 2011 gestiegene Rohstoffkosten mit Preissteigerungen und Kostensenkungen gekontert und vor allem wegen einer starken Nachfrage nach seinen Klebstoffen Umsatz und Ergebnis auf Rekordwerte getrieben. Analysten hatten von dem Persil- und Pritt-Hersteller nach der zuletzt erneut angehobenen Umsatzprognose allerdings noch etwas mehr erwartet. Die Aktien fielen im frühen Geschäft von Lang & Schwarz um zwei Prozent und waren damit schwächster Wert im Dax. Henkel zeigte sich optimistisch, seine für 2012 gesteckten Ziele erreichen zu können. 

„Trotz großer Herausforderungen in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld haben wir unsere ambitionierten Ziele in vollem Umfang erreicht und zum Teil sogar übertroffen“, erklärte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Donnerstag in Düsseldorf. Das wirtschaftliche Umfeld bleibe eine Herausforderung. Er sehe Henkel aber „gut gerüstet“. „Wir erwarten ein organisches Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent. Für die bereinigte Ebit-Marge rechnen wir mit einem Anstieg auf 14 Prozent und für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie mit einer Verbesserung von mindestens zehn Prozent“, sagte Rorsted. 

Henkel muss wie seine Konkurrenz sparen, um im schwierigen Marktumfeld nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. So streicht der Konzern ähnlich wie Beiersdorf die Produktpalette zusammen. Zudem sollen die Produktion in Wachstumsmärkte verlagert werden und Dienstleistungen im Konzern zentralisiert werden. Um steigende Rohstoffkosten zu kontern, setzt Henkel auf höhere Preise für seine Produkte wie Pritt oder Persil. 

Laut Geschäftsbericht rechnet Henkel im laufenden Jahr mit einem Preisanstieg für Rohstoffe, Verpackungen, Waren und Dienstleistungen im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie Restrukturierungsaufwendungen von etwa 100 Millionen Euro. 

Vor allem dank seiner florierenden Klebstoffsparte, die vor allem mit Klebern für die Automobilindustrie, die Unterhaltungselektronik, den Flugzeugbau oder die Schuhproduktion rund die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht, steigerte Henkel seine Erlöse 2011 um 3,4 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Zu- sowie Verkäufe stieg er um 5,9 Prozent und erreichte damit die im November nach oben geschraubte Prognose von fünf bis sechs Prozent Wachstum. Mit Klebstoffen setzte Henkel sechs Prozent mehr um als noch vor Jahresfrist. Mit Kosmetik und Körperpflege nahm Henkel vier Prozent mehr ein. 

Federn lassen musste der Konzern bei Wasch- und Reinigungsmitteln. Hier wuchs Henkel nur organisch um 2,9 Prozent, nominal sank der Umsatz 0,3 Prozent. Der Betriebsgewinn sank wegen Restrukturierungsaufwendungen auf 511 von 542 Millionen Euro. 

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte Henkel im Gesamtjahr um neun Prozent auf 2,02 Milliarden Euro steigern, die bereinigte Umsatzrendite erreichte mit 13 Prozent damit den prognostizierten Wert. Der Überschuss stieg auf 1,28 (1,14) Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen daran mit einer erhöhten Dividende von 0,8 (Vorjahr: 0,72) Euro je Vorzugsaktie und 0,78 (0,70) je Stammaktie beteiligt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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