Bilanz 2011
RWE sendet nach Horror-Jahr positive Signale

Für Jürgen Großmann ist es heute das letzte Mal, dass er die Bilanz von RWE vorlegt. Und besonders schön sieht sie nicht aus: Vor allem wegen des Ausstiegs aus der Atomenergie hat der Versorger mächtig Federn gelassen.
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Düsseldorf/EssenNeuer Mut vom neuen Chef: Peter Terium will den Energiekonzern RWE aus der Schockstarre nach dem Atomausstieg lösen und verspricht Beschäftigten und Aktionären neues Wachstum. „Vieles spricht dafür, dass wir die Talsohle zügig durchschreiten werden und wieder Fahrt aufnehmen“, sagte der Niederländer am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen.

Der Konzern profitiere davon, dass er neue Kraftwerke ans Netz bringe. Terium will unter anderem das Ökostromgeschäft ausbauen. „Zwischen 2012 und 2014 werden wir rund vier Milliarden Euro in die Erneuerbaren investieren“, kündigte der 48-Jährige an. RWE setze nicht nur auf Großkraftwerke, sondern auch auf kleinere dezentrale Anlagen. „Beim Thema Energiewende ist RWE Teil der Lösung.“

Dank einer Kapitalerhöhung, der Entlastung durch den Preisverfall bei Verschmutzungsrechten für seine Kohlekraftwerke und den von Terium am Dienstag angekündigten zusätzlichen Einsparungen von einer Milliarde Euro 2013/14 sieht sich RWE zudem besser aufgestellt. Der Manager will daher weniger Beteiligungen verkaufen als zuletzt von Vorstandschef Jürgen Großmann - der 60-Jährige macht im Juli Platz für seinen Nachfolger - angekündigt. Der Betriebsgewinn und das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis sollen 2012 und 2013 stabil bleiben. Für 2011 will RWE eine Dividende von zwei Euro je Aktie zahlen - in den beiden Jahren zuvor waren es noch jeweils 3,50 Euro je Anteilsschein.

Der beschleunigte Atomausstieg traf RWE 2011 hart. Großmann bezifferte die Belastungen durch die Abschaltung des AKW Biblis - einer der wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns - und die neue Brennelementesteuer auf 1,3 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis fiel um rund 24 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, das nachhaltige Nettoergebnis schrumpfte sogar um rund 34 Prozent auf 2,479 Milliarden Euro. Neben der Atomwende machen RWE auch die teuren Langfristverträge mit Lieferanten wie dem russischen Gazprom -Konzern zu schaffen. Zwar verhandele der Versorger mit Lieferanten wie Gazprom über günstigere Verträge. „Allerdings ist dies ein langwieriger Prozess, der Geduld erfordert“, sagte Großmann.

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  • Die Gewinne werden überall an Aktionäre ausgeschüttet, das gilt auch für Solar/Windprojekte. An den Stromkonzernen sind hauptsächlich Rentenfonds beteiligt - wer also denen die Gewinne wegnimmt, braucht sich nicht wundern wenn die Armut wächst!!
    Es gibt ausserdem einen sehr grossen Unterschied zwischen Gewinnen mit AKW und solchen die mit Erneuerbaren "erwirtschaftet" wurden: Erstere haben den Strom an freiwillige Käufer geliefert, ein Zeichen daß Wohlstand geschaffen wurde! Letztere profitieren vom Einspeisevorrang, Einspeisevergütung und absoluten Kaufzwang für Eneuerbaren Strom. Die Lieferung dieses Stroms ist nicht freiwillig und vernichtet Wohlstand!!

    Die grünen Legenden über angebliche Kosten für die Steuerzahler sind schnell widerlegt:

    - Kosten für Endlagerung: keine Steuergelder, ausser dort, wo der Müll aus staatlichen Forschungsprojekten (dabei auch Reaktoren für Stromerzeugung) stammt

    - Forschungs-Subventionen: völlig unnötig, wurde gemacht um Siemens Profite zuzuschustern und "Arbeitsplätze zu schaffen", und für das Prestige der Deutschen bei Technik "vorne dran zu sein"

    - Langzeitkosten: Stimmt nur, wenn man panische Angst vor Strahlung hat. In Wahrheit sind Chemieabfälle viel schlimmer und werden von den Grünen ignoriert.

  • Die Strompreiserhöhungen sind schon länger im Gange. Sie kommt von allen Seiten - auf der einen die EEG-Umlage für die Einspeisevergütungen, dann die Kosten zum Ausbau der Netze (Milliarden für Hochspannung auf hoher See), und dann das wichtigste, was immer vergessen wird: Wenn man vorrangig Sonnen/Windstrom einspeist, dieser aber wechselhaft ist und die konventionellen Kraftwerke weiter benötigt werden, dann werden diese konventionellen Kraftwerke unrentabler, und der Preis für "normalen" Strom muss auch ansteigen. Zusammengenommen ist das alles eine Katastrophe.

  • c) weniger Gewinn für die großen Energiekonzerne, die jahrelang durch falsche Strategie die Energiewende verpennt haben.

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