Bilanz: Airbus treibt den EADS-Gewinn

Bilanz
Airbus treibt den EADS-Gewinn

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS rechnet mit einem weiteren Anstieg des operativen Gewinns. Vor allem das Geschäft mit Verkehrsfliegern wächst. Doch ein Sorgenkind belastet die Bilanz.
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MünchenThomas Enders übt sich im Optimismus: Wegen der steigenden Nachfrage nach Airbus-Fliegern erwartet der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS für 2013, dass das operative Ergebnis (Ebit) im laufenden Jahr vor Einmaleffekten auf 3,5 Milliarden Euro von zuletzt drei Milliarden Euro zulegen kann. "In Zukunft wird für uns als Management-Team anhaltendes Ergebniswachstum weiterhin oberste Priorität haben", erklärte Enders am Mittwoch. "Bis wir unsere Rentabilitätsziele erreichen, liegt noch ein gutes Stück Weg vor uns."

Der Umsatz hatte um 15 Prozent auf 56,5 Milliarden Euro zulegt. Seine Aktionäre will „Major Tom“ darum verwöhnen. Aus dem Gewinn sollen sie 60 Cent je Anteilsschein bekommen, 15 Cent mehr als im Vorjahr. Die Zahlen erfüllten in etwa die Erwartungen der Analysten.

Doch die guten Zahlen stehen auf wackeligen Beinen: Weiterhin ist der Konzern stark abhängig vom krisenanfälligen Geschäft mit der zivilen Luftfahrt, das einen Großteil des Erfolgs ausmacht. Mit einem Gewinn von 1,23 Milliarden Euro rettet der Flugzeugbauer die EADS-Bilanz - und die Auftragsbücher sind weiterhin prall gefüllt. Der Orderbestand habe zuletzt 566,5 Milliarden Euro betragen, im vergangenen Jahr waren Neubestellungen von 102,5 Milliarden Euro dazu gekommen. Airbus will im laufenden Jahr seinen Auslieferungsrekord von 2012 übertrumpfen: Bis zu 610 Modelle sollen zu den Kunden fliegen. Insbesondere die spritsparende Variante des Mittelstreckenjets A320 findet bei den Fluggesellschaften reißenden Absatz.

Für 2013 bleiben allerdings einige Probleme bestehen: Die Haarrisse an den Tragflächen des A380 müssen weiterhin auf Kosten von Airbus nachgebessert werden, das geht zulasten der Produktion. Zuletzt bestellten die Fluglinien deutlich weniger Exemplare des weltgrößten Passagierflugzeugs als Airbus ursprünglich gehofft hatte. Deshalb rechnet Konzernchef Tom Enders 2013 nur mit einem „moderaten“ Umsatzplus.

Extrageld wird der Flugzeugbauer in das Programm der neuen A350-XWB stecken müssen. Der Produktionsstart des neuen Langstrecken-Jets verzögert sich erneut, teilte Airbus mit. Das Programm bleibe herausfordernd. „Die Zeitplanung enthält keine weiteren Puffer“, hieß es. Der neue Flieger soll dem 787-„Dreamliner“ von Boeing Konkurrenz machen, der allerdings wegen heftiger Probleme mit neuen Batterien derzeit am Boden bleiben muss und sich für die Amerikaner zu einem teuren Alptraum entwickelt.


Nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems hat EADS aber weiterhin ein Sorgenkind: Das Rüstungsgeschäft. Während fast alle Schwestersparten wie Eurocopter oder das Raumfahrtsegment Astrium Zuwächse verbuchten, knickte das Ergebnis der Rüstungseinheit Cassidian um gut die Hälfte ein. Der Grund liegt in einem Sanierungsprogramm, das die Oberschleißheimer im vergangenen Jahr angesichts düsterer Zukunftsprognosen nach der geplatzten Fusion auf den Weg gebracht haben. Insbesondere in den USA, dem größten Rüstungsmarkt der Welt, ist EADS schlecht aufgestellt.

Die von Enders vorangetriebene Fusion mit BAE war zuletzt am politischen Widerstand vor allem in Berlin gescheitert. Danach musste sich EADS neu sortieren und bekam nach langen Ringen eine neue Eigentümer- und Führungsstruktur verordnet. Erstmals steigt dann auch Deutschland bei EADS ein und ist mit Frankreich zusammen größter Einzelaktionär des deutsch-französischen-spanischen Konzerns.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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