Bilanz
Aurubis rüstet sich für Zukäufe

Der Kupferhersteller Aurubis hat für eine positive Überraschung gesorgt. Im Geschäftsjahr 2008/2009 konnte das Unternehmen einen hohen Gewinn erzielen.
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HAMBURG. Der Kupferproduzent Aurubis bereitet sich knapp zwei Jahr nach der Übernahme des Konkurrenten Cumerio auf weitere Akquisitionen vor. „Die Gesellschaft ist heute bereit, einen solchen Schritt zu machen“, sagte Vorstandschef Bernd Drouven bei der Bilanzvorlage in Hamburg. Die Integration der im April 2008 übernommenen Cumerio sei im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen worden. Ziel sei es nun, den weltweit führenden integrierten Kupferhersteller zu schaffen. Derzeit liegt Aurubis auf Rang zwei nach der chinesischen Codelco.

Bei dem eingeschlagenen Akquisitionskurs hat Europas größte Kupferhersteller vor allem Hütten in Südamerika und europäische Weiterverarbeiter im Visier. Derzeit gebe es rund acht interessante Unternehmen, die zum Verkauf stünden, sagte Drouven dem Handelsblatt. Vor einem Zukauf müsste sich Aurubis (früher Norddeutsche Affinerie) allerdings frisches Kapital besorgen. Probleme dabei erwartet Drouven nicht. Die Aufnahme von Kredite habe sich in den vergangenen Monaten wieder erleichtert, sagte er. Ende September beliefen sich die liquiden Mittel des Hüttenkonzerns auf 257 Mio. Euro.

Zu möglichen Akquisitionszielen hielt sich der Konzernchef zwar bedeckt. Als eine Möglichkeit nannte er aber, dass sich ein Rohstoffkonzern von Produktionskapazitäten trennt. Laut Drouven verdienen die Bergbaubetreiber 2 000 bis 3 000 Dollar pro Tonne mit der Rohstoffförderung. Für diese wäre es daher lukrativer, in den Ausbau ihrer Förderkapazitäten zu investieren anstatt an ihrer margenschwächeren Kupferproduktion festzuhalten. Mit Xstrata und BHP Billiton zählen zwei Rohstoffkonzerne zu den fünf führenden Kupferherstellern.

Drouven ließ offen, ob Aurubis in dem Anfang Oktober angelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 zukaufen wird. „Im Moment sind die Preise für Unternehmen herunter gegangen. Das bedeutet aber nicht, dass die Eigentümer auch verkaufen wollen.“ Neben Südamerika und Europa hat Drouven auch Interesse an Aktivitäten in China, dem weltweit größten Kupfermarkt. Allerdings scheut Aurubis einen Aufbau einer eigenen Produktion in dem Land. Drouven fürchtet einen Technikklau und eine Einflussnahme der Regierung in Peking auf das Geschäft.

Mit der geplanten Expansion will sich Aurubis von Europa unabhängiger machen und zugleich vom Wachstum in den Schwellenländern partizipieren. Im abgelaufenen Jahr erzielte der Konzern den weitaus größten Teil seines Umsatzes von 6,7 Mrd. Euro in Europa. Gegenüber dem Vorjahr musste Aurubis damit kräftig Federn lassen, der Umsatz fiel um ein Fünftel. Verantwortlich für das Umsatzminus ist vor allem der Verfall der Kupferpreise.

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