Bilanz der Autohersteller: Man fährt deutsch

Bilanz der Autohersteller
Man fährt deutsch

Audi, BMW und Daimler dürften das Jahr mit einem neuen Rekordabsatz abschließen. Während Europa schwächelt, sind deutsche Autos international so gefragt wie nie. 2013 könnte sich der Dreikampf verschärfen.
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DüsseldorfDüster waren die Prognosen zu Beginn des Jahres. Hohe Rabatte und die Absatzkrise bedrohten die Gewinne der deutschen Autobauer. Zusätzlich schien der abgekühlte chinesische Markt das internationale Wachstum zu bremsen. Doch zum Jahresende steht fest: Auch 2012 gehören die deutschen Autokonzerne zu den Branchenführern. Durch ihre internationale Ausrichtung, die breite Modellpalette und neue Technologien haben BMW, Daimler und Volkswagen ihre globale Vorreiterrolle verteidigt – und die eigenen Erwartungen übertroffen. International gilt nach wie vor: Wer etwas auf sich hält, fährt deutsch.

Premium-Primus bleibt BMW. Mit rund 1,8 Millionen Autos verkauften Autos haben die Münchener den Rekordgewinn aus dem Jahr 2011 wohl erneut getoppt. Die Gewinnmarge soll auch in diesem Jahr nahe den zehn Prozent liegen. Damit haben die Münchener die Krone der Premiumhersteller verteidigt. Die internationale Erfolgsformel der Münchener: Zweimal Zweiter ist Erster. In den USA liegen die Münchener mit 244.000 verkauften Fahrzeugen knapp hinter Mercedes. Zuletzt kletterte der BMW-Absatz in China um satte 59,4 Prozent auf 29.631 Wagen im Monat. Nur Audi ist in China stärker. Weil sich BMW in beiden Märkten nur knapp geschlagen geben muss, sind sie international insgesamt am stärksten aufgestellt. 

Um die Spitzenposition zu verteidigen, geht BMW 2013 mit einem neuen Antrieb in die Offensive. Mit dem i3 bringt BMW das erste reine Elektroauto des Konzerns an den Start. Dann wird sich zeigen, ob sich die jahrelangen Millioneninvestitionen in den Elektroantrieb und den Karbon-Leichtbau ausgezahlt haben. Bei einem Preis von 40.000 Euro sind mit dem neuen Elektroauto allerdings keine großen Absatzzahlen zu erwarten. 

Für Mercedes hängt der Erfolg im neuen Jahr vor allem von der neuen S-Klasse ab. Die erfolgreichste Luxus-Limousine der Welt wurde komplett überarbeitet und soll vor allem die Gewinnmarge auf einem hohen Niveau halten. Das ist auch bitter nötig, denn im Rennen um die Premiumkrone hatte Daimler zuletzt ein wenig den Anschluss verloren – und das trotz eines neuen Absatzrekordes. Für das laufende Jahr rechnet Daimler-Chef Dieter Zetsche mit einem operativen Ergebnis von ungefähr acht Milliarden Euro, was knapp neun Prozent weniger wären als im Vorjahr. Die Schwaben wollen mit einem Sparprogramm gegensteuern. 

Entscheidend für den Konzern wird, endlich den Durchbruch in China zu schaffen. Im Vergleich mit Audi und BMW hinkt Mercedes derzeit noch hinterher. Mit dem ehemaligen Chef der Lkw-Sparte, Hubertus Troska, soll nun ein neuer Spitzenmanager das Chinageschäft auf Erfolg trimmen. Außerdem wird der Vertrieb neu aufgestellt. Schon 2013 sollen erste Erfolge sichtbar werden - und der Kampf um die Nummer eins wieder aufgenommen werden. Bis 2020 will Daimler-Chef Dieter Zetsche weltweit rund 2,6 Millionen Autos verkaufen.

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Kommentare zu " Bilanz der Autohersteller: Man fährt deutsch"

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  • Noch solange bis die Frauenquote bei DAX - Konzernen Pflicht wird...
    Nichts gegen Frauen aber für die Technologiesparte, auf die unser Wohlstand fußt, haben diese in der Regel die falsche Ausbildung.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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