Bilanz des Geschäftsjahres 2004/2005
Miele trotzt Chinas Waschmaschinen

Hausgeräte-Hersteller Miele hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Talsohle durchschritten. Nun geht es wieder aufwärts.

HB DÜSSELDORF. Der Umsatz sei im Geschäftsjahr 2004/2005, das am 30. Juni endete, um 5,2 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro gestiegen, teilte Miele am Mittwoch in Gütersloh mit. Im Vorjahr war der Umsatz noch um zwei Prozent geschrumpft. „Auch im neuen Geschäftsjahr erwartet Miele ein ähnliches Wachstum“, sagte Geschäftsführer Horst Schübel. Zum Ergebnis macht Miele traditionell keine Angaben.

Am Heimatmarkt, der nur noch 30 Prozent zum Umsatz von Miele beiträgt, legte Miele gegen den Branchentrend zu. Die Erlöse kletterten in Deutschland um 1,9 Prozent auf 684 Millionen Euro, während die Branche wegen der Kaufzurückhaltung der Verbraucher um fünf Prozent schrumpfte. Im Vorjahr hatte Miele im Inland noch einen Umsatzeinbruch um 9,1 Prozent erlitten. Zugpferd ist aber weiterhin das Ausland mit einem Umsatzplus von 6,8 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro.

Als Grund für den wiedergekehrten Erfolg nannte Geschäftsführer Schübel innovative Techniken, neue Baureihen und den zuverlässigen Kundendienst.

Trotz der Wende zum Guten bekräftigte das westfälische Unternehmen die Absicht, in Deutschland fast jede zehnte Stelle abzubauen. Im Februar hatte Miele angekündigt, die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland bis Mitte 2006 um 1077 von damals 11 046 zu reduzieren. Weltweit beschäftigte Miele per Ende Juni 14 814 Mitarbeiter nach 15 122 im Vorjahr.

Die Markenhersteller für "weiße Ware" reagieren auf wachsenden Preisdruck durch Billiganbieter aus Fernost. Neben Miele haben auch Rowenta sowie die Nummer eins der Branche, die schwedische Electrolux, Massenentlassungen in Deutschland angekündigt. Das komplette Geschirrspüler- und Waschmaschinenwerk von AEG in Nürnberg, das zu Electrolux gehört, steht im schlimmsten Falle vor dem Aus. Alleine dort würden 1750 Menschen arbeitslos. Bei Rowenta, das zur französischen SEB-Group (Moulinex, Tefal, Krups) gehört, werden wohl 215 der 575 Mitarbeiter im Werk Erbach entlassen.

Die deutschen Haushalte sind mit Waschmaschinen, Kühlschränken und Herden gesättigt. Ersatz wird nur beschafft, wenn die alten Geräte ihren Geist aufgeben. Außerdem fallen die Preise. Große Elektrohausgeräte werden im Schnitt pro Jahr um fünf bis zehn Prozent billiger, schätzt der Bundesverband Technik des Einzelhandels. Discounter bieten Waschmaschinen aus Asien zu Preisen unter 200 Euro feil.

Miele ist hinter Bosch-Siemens und Electrolux mit seiner Marke AEG die Nummer drei auf dem deutschen Markt. Doch im Gegensatz zu den Konkurrenten, die Werke in Deutschland schließen und die Produktion ins kostengünstigere Osteuropa verlagern, baut Miele auch künftig weiße Ware in Inland - nur mit weniger Leuten.

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