Bilanz: EADS leidet unter seiner schwachen Profitabilität

Bilanz
EADS leidet unter seiner schwachen Profitabilität

Was die Bestellungen angeht, hängt EADS seinen US-Rivalen Boeing deutlich ab. Damit macht der Konzern zwar viel Umsatz, doch die Gewinne lassen zu wünschen übrig. Der Grund: Das Tochter-Unternehmen Airbus.
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FrankfurtDie jüngsten Umsatzzahlen und die vollen Auftragsbücher von EADS sind beeindruckend. Aber auch diese positive Entwicklung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der größte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ein Problem hat, das weit über den Streit um die deutsch-französischen Eigentümerstrukturen und den Wechsel an der Konzernspitze hinausgeht: den Mangel an Profitabilität.

Zwar konnte die EADS im Jahr 2011 den US-Rivalen Boeing mit gut 1 500 Neubestellungen deutlich hinter sich lassen. Doch auch mehr als ein Jahrzehnt nach seiner Gründung ist EADS noch nicht auf Augenhöhe mit den US-Rivalen.

Zwar sticht die EADS-Tochter Airbus den Wettbewerber regelmäßig bei den Aufträgen aus. Während Airbus zuletzt über einen Auftragsbestand von etwa 4 500 Fliegern berichtete, waren es bei Boeing – Stand September 2011 – nur etwas mehr als 3 500 Flugzeuge. Vor allem mit dem neuen Sparmodell A320 Neo konnte Airbus im abgelaufenen Jahr bei Fluglinien in aller Welt punkten.

Doch der geplante Teilausstieg des Autobauers Daimler zeigt, dass auch die Schwaben von den Aussichten für EADS nicht überzeugt sind. Daimler begründet den Schritt zwar mit einer stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft. Doch klar ist: Bei den aktuellen Renditen lohnt sich ein weiteres Engagement für den Konzern nicht.

Denn EADS macht zwar viel Umsatz, verdient damit bisher aber kaum Geld: Nach neun Monaten 2011 lagen die Umsätze bei 32,7 Milliarden Euro, 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die operative Marge lag nach neun Monaten 2011 aber nur bei knapp drei Prozent. Mehr erwarten Analysten laut Datenanbieter Bloomberg auch für das Gesamtjahr nicht.

Konkurrent Boeing kam von Januar bis September 2011 auf Umsätze von 49,2 Milliarden Dollar (36,2 Milliarden Euro) – nicht wesentlich mehr als EADS. Die operative Marge war aber deutlich höher. Sie lag bei 8,6 Prozent.

Der Grund für das schlechte Abschneiden von EADS: Der Konzern ist in starkem Maße abhängig von seiner größten Tochter Airbus. Diese steuert mit dem zivilen Flugzeuggeschäft – nur ein verschwindend geringer Anteil produziert Militärflugzeuge – zwei Drittel zum Konzernumsatz bei. Weil Verzögerungen beim Riesenflieger A380 sowie beim Militärtransporter A400M und die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 immer wieder auf die Kosten drücken, lag die operative Marge nach neun Monaten 2011 aber nur bei 1,4 Prozent.

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Militärsparte soll gestärkt werden

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  • Es ist völlig sinnlos die Militärsparte auszubauen. Deren Marge am Umsatz war schon immer bescheidenst, deren Trauerspiele bezüglich Verzögerungen schon immer a la Shakespeare.

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