Bilanz
Porsche ließ sich VW einiges kosten

Porsche hat erstmals gesagt, was der Einstieg bei Volkswagen gekostet hat - und wie sich das Geschäft rechnen soll. Der Sportwagenbauer und der Massenhersteller werden demnach künftig sehr eng zusammenarbeiten. Die Ziele für die Partnerschaft sind hoch gesteckt, hat Porsche doch gerade im elften Jahr in Folge ein Rekordergebnis eingefahren.

HB STUTTGART. Der Sportwagenbauer hat für seinen Einstieg bei Volkswagen rund 3,5 Mrd. Euro bezahlt. Die Zahl nannte Finanzvorstand Holger Härter am Mittwoch in Stuttgart bei der Bilanzpressekonferenz für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Option zum Erwerb weiterer Anteile an dem Wolfsburger Massenhersteller sei aber noch nicht gezogen worden. Porsche ist mit mehr 18,53 Prozent bereits jetzt der größte Anteilseigner bei Volkswagen; über die Option kann sich der Sportwagenbauer weitere 3,4 Prozent sichern. Zweitgrößte Eigentümer ist das Land Niedersachsen.

Aus seinem Engagement erwartet Porsche eine hohe Rendite. Der jährliche Nutzen werde sich mindestens auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Er räumte allerdings ein, dass durch den Aktienkauf weniger Geld auf der hohen Kante liege und deshalb die jährlichen Zinseinnahmen nach Steuern um 50 Mill. Euro nach unten gingen. Auf der Basis der bisherigen Dividendenzahlungen von VW könnten jedoch im Gegenzug weitgehend steuerfreie Einnahmen von mehr als 60 Mill. Euro erwartet werden.

Porsche will jedoch nicht nur über den Finanzweg von VW profitieren. Beide Unternehmen haben weitreichende Kooperationen vereinbart. Als Beispiel nannte Wiedeking die gemeinsame Entwicklung des Nachfolgers für den Geländewagen Porsche „Cayenne“ und das Schwestermodell VW „Touareg“, die Kooperation bei der Entwicklung eines Hybridantriebs sowie die Zusammenarbeit bei den zunehmend wichtigen Elektronikkomponenten.

Erhebliches Einsparpotenzial sieht der Manager auch bei den Herstellungskosten, beispielsweise durch gemeinsamen Einkauf und die gemeinsamen Verwendung von Bauteilen und Modulen. Außerdem könnten Logistikkosten durch gemeinsame Nutzung von Transport- und Lagerkapazitäten gespart werden. Wiedeking will zudem bestehende Produktionsanlagen bei VW stärker nutzen. Bereits vor Monaten war darüber spekuliert worden, dass Porsche die Karosserie seiner vierten Baureihe namens „Panamera“ bei VW fertigen lassen könnte. „Bemerkenswerte Chancen“ der Zusammenarbeit bestehen laut Wiedeking auch bei den Finanzdienstleistungen und der Informationstechnologie.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer strebt nach einem Rekordjahr 2004/2005 auch im laufenden Geschäftsjahr 2005/2006, das noch bis zum 31. Juli läuft, neue Spitzenwerte an. Auch die hohe Profitabilität solle gesichert werden, sagte Wiedeking. Enorme Entwicklungsaufwendungen für das neue Modell Panamera und den Hybrid-Antrieb für den Cayenne seien aber „zunächst einmal eine Belastung für die Ertragsrechnung“. Daran ändere auch die Zusammenarbeit mit Volkswagen nichts.

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