Bilanz-Pressekonferenz
VW-Chef Winterkorn hält bei Porsche Einzug

VW-Chef Martin Winterkorn und Finanzchef Hans Dieter Pötsch haben heute ihren großen Auftritt in Stuttgart bei der Bilanzpressekonferenz der Porsche Holding SE, unter deren Dach das Autogeschäft der Porsche AG und die Beteiligung von knapp 51 Prozent an VW gebündelt sind. Michael Macht bleibt als Chef der Porsche AG nur der Part, über die Sportwagen zu reden.
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STUTTGART/FRANKFURT. Auch wenn die Lkw-Allianz unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns noch auf sich warten lässt, die Verschmelzung mit Porsche ist schon einen großen Schritt weiter. VW-Chef Martin Winterkorn und Finanzchef Hans Dieter Pötsch haben heute ihren großen Auftritt in Stuttgart bei der Bilanzpressekonferenz der Porsche Holding SE, unter deren Dach das Autogeschäft der Porsche AG und die Beteiligung von knapp 51 Prozent an VW gebündelt sind.

Der VW-Chef wird als neuer Holding-Chef zur Strategie sprechen, Pötsch zu den Finanzen. Michael Macht bleibt als Chef der Porsche AG nur der Part, über die Sportwagen zu reden. Noch vor einem Jahr tagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking im Stuttgarter Nobelhotel Le Meridien. Mitunter wurden bei solchen Anlässen angesichts von Milliardengewinnen, die zuletzt höher als die Umsätze waren, auch mal frische Austern gereicht.

Dürre Zahlen statt Austern

Doch die Vorzeichen haben sich nach dem Scheitern der VW-Übernahme durch den Sportwagenbauer nicht nur vor den Ertragszahlen grundlegend geändert. Aus dem mit Optionsgeschäften aufgeblähten Milliardengewinn wurde ein Rekordverlust von 4,4 Mrd. Euro vor Steuern. Porsche-Herrscher Wiedeking und sein Finanzjongleur Holger Härter wurden im Sommer gefeuert. VW drehte den Spieß um und schluckt Porsche als zehnte Konzernmarke. Statt im Nobelhotel wird morgen im nüchternen Verwaltungsgebäude der Dürr AG getagt. Noch Wiedeking hatte dem Nachbarn Gebäude und Grundstück für seine Expansionspläne abgekauft.

Am Porsche-Platz in Zuffenhausen erinnert nur das überdimensionierte neue Porsche-Museum an das hegemoniale Streben des Sportwagenbauers. Heute macht Europas größter Autokonzern VW hier die Politik und nicht umgekehrt. Aktuelles Beispiel ist Magna: Porsche will im Zuge der geplanten Übernahme von Karmann durch VW einen Liefervertrag mit dem österreichischen Karmann-Konkurrenten Magna beenden. "Wir führen Gespräche", bestätigte ein Sprecher gestern dem Handelsblatt. Porsche hatte Magna 2008 den Auftrag erteilt, ab 2012 die Modelle Cayman und Boxter acht Jahre lang zu bauen.

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