Bilanz und Ausblick: ABB will Übernahmen vorantreiben

Bilanz und Ausblick
ABB will Übernahmen vorantreiben

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB hat 2006 dank einer boomenden Nachfrage und Kostensenkungen seinen Reingewinn fast verdoppelt. Auch ein rosiger Geschäftsausblick macht dem Konzern nun wieder Appetit auf Übernahmen.

HB ZÜRICH. "Wir haben die Ambition, die Stärke von ABB im Management und in der Finanzierung für Akquisitionen zu nutzen“, sagte Konzernchef Fred Kindle am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. ABB verzichte dabei aber lieber auf eine Transaktion, als zu viel zu bezahlen. Finanzchef Michel Demare sagte, ABB könnte sich durchaus Übernahmen von mehreren Mrd. Dollar leisten. In den vergangenen Jahren hatte ABB sich eher von Bereichen getrennt, der letzte grössere Zukauf liegt weit zurück.

2006 sprang der Gewinn um 89 Prozent auf 1,390 Mrd. Dollar. Der Auftragseingang legte um 22 Prozent auf 28,40 Mrd. Dollar zu. Die Versorgungskunden bestellten ABB-Produkte, um die Zuverlässigkeit bestehender Stromnetze zu steigern oder mit neuen Anlagen dem starken Wirtschaftswachstum in Asien oder im Nahen Osten nachzukommen.

Für das laufende Jahr geht ABB von einem weiterhin guten Marktumfeld aus, auch wenn sich die Auftrags-Wachstumsraten etwas abschwächen dürften. Dank des hohen Auftragsbestandes und rechnet ABB 2007 erneut mit einem besseren Resultat, wie Demare am Rande der Bilanzpressekonferenz zu Reuters sagte. ABB gehe davon aus, höhere Preise durchsetzen zu können.

Im Vorjahr nahm der Umsatz den Angaben zufolge um elf Prozent auf 24,4 Mrd. Dollar zu. Die Rentabilität konnte das Unternehmen dank höherer Umsätze, einer besseren Fabrikauslastung und Kostensenkungen steigern. Das Betriebsergebnis (Ebit) kletterte um 45 Prozent auf 2,586 Mrd. Dollar und damit auf den höchsten Wert in der Geschichte des 1988 aus dem Zusammenschluss von Asea und BBC entstandenen Unternehmens. Damit erreichte die Ebit-Marge 10,6 Prozent.

ABB peilt bis 2009 bei einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzwachstum von über fünf Prozent eine Betriebsgewinnmarge von über zehn Prozent an. Da der Konzern diese Werte bereits erreicht hat, will ABB im Herbst nach einer Strategieüberprüfung neue Ziele bekannt geben.

ABB hatte noch Ende 2002 am Rande des Zusammenbruchs gestanden und 1998 mit Elsag Bailey die letzte grössere Akquisition getätigt. Im vergangenen Jahr nutzte ABB einen grossen Teil der erarbeiteten Mittel zur Stärkung der Bilanz. Ende 2006 verfügte der Konzern über Netto-Barmittel von 1,5 Mrd. Dollar. Vor Jahresfrist war das Unternehmen noch mit einer halben Milliarde Dollar verschuldet.

Kann ABB entgegen der Pläne keine grösseren Akquisitionen abschliessen, könnte auch eine Sonderausschüttung an die Aktionäre oder ein Aktienrückkauf zum Thema werden, sagte Demare. Gegenwärtig stehe dies aber nicht zur Diskussion. Die Dividende für 2006 soll auf 0,24 sfr je Aktie verdoppelt werden.

Mit der Entwicklung bei Umsatz und Aufträgen lag ABB grob im Rahmen der Markterwartungen, doch beim operativen Ergebnis hatten die Analysten noch mehr erwartet. Der Kurs sank an der Börse fiel Händlern zufolge allerdings auch wegen Gewinnmitnahmen. Die ABB-Aktie sackte in einem knapp gehaltenen Branchenumfeld um 3,4 Prozent auf 22,65 sfr ab.

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