Bilanz zweites Quartal
ABB profitiert von Energie-Investitionen

Sehr günstige Marktbedingungen konstatiert der Schweizer Elektronikkonzern ABB. Im vergangenen Quartal hat das Unternehmen seinen Gewinn fast verdreifacht und die Analystenerwartungen übertroffen. Trotzdem bleibt der Konzern beim Ausblick vorsichtig.

HB ZÜRICH. Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB hat den Gewinn im dritten Quartal 2006 auf 367 (Vorjahresperiode 126) Mill. Dollar fast verdreifacht. Das Unternehmen äusserte sich auch für das zweite Halbjahr zuversichtlich und stellte für das kommende Jahr eine Überprüfung der teilweise bereits erreichten mittelfristigen Zielsetzungen in Aussicht.

„Wir profitieren eindeutig von starken weltweiten Investitionen in die Verbesserung der Energie-Infrastruktur und in die Steigerung der industriellen Effizienz“, sagte CEO Fred Kindle. Der Umsatz sei im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 6001 Mill. Dollar gewachsen. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte gar um 73 Prozent auf 640 Mill. Dollar zu. ABB sei in den besonders profitablen Divisionen am stärksten gewachsen. Der Auftragseingang habe um 19 Prozent auf 7279 Mill. Dollar zugelegt, hiess es weiter.

ABB erwartet für den restlichen Jahresverlauf 2006 weiterhin eine positive Entwicklung und trat damit Befürchtungen entgegen, dass sich die Endmärkte abschwächen. Es werde mit einer weiter steigenden Nachfrage im Bereich der Infrastruktur für Stromübertragung und -verteilung in Asien und dem Nahen Osten gerechnet. Die Erneuerung von Ausrüstungen und Investitionen in eine verbesserte Netzeffizienz und Netzzuverlässigkeit dürften zu einer höheren Nachfrage in Europa und Nordamerika führen, hiess es weiter. Das Unternehmen erwarte in den meisten Märkten anhaltende Investitionen in die Industrieautomation, vor allem in der Metall- und Mineralbranche, der Schifffahrt und dem Öl- und Gasgeschäft.

Während die Marktbedingungen für ABB zur Zeit sehr günstig seien, bestehe ein unternehmerisches Risiko hinsichtlich der Auswirkungen schwankender Preise für Erdöl und andere Rohstoffe auf die Weltwirtschaft sowie hinsichtlich der Möglichkeit einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten, warnte der Konzern.

Ein ABB-Sprecher erklärte, die mittelfristigen Ziele würden weiterhin gelten. Demnach peilt ABB bei einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzwachstum von über fünf Prozent eine Betriebsgewinn-Marge von über zehn Prozent und eine Reingewinnmarge von über fünf Prozent an.“Wir werden unseren internen strategischen Plan 2007 überprüfen und, falls notwendig, unsere Ziele danach anpassen“, sagte ein ABB-Sprecher zu Reuters. Im zweiten Quartal 2006 kam ABB bereits auf eine Ebit-Marge von 10,7 Prozent und eine Gewinnmarge von 6,1 Prozent. Zur Begründung, wieso die Ziele nicht erhöht werden, verwies ABB auf die Zyklizität des Geschäfts.

Mit dem Abbau der Verschuldung erreichte ABB einen Meilenstein. Der Konzern wies zur Jahresmitte Netto-Barmittel von 302 Mill. Dollar aus im Vergleich zu einer Nettoverschuldung von 427 Mill. Dollar zum Ende des ersten Quartals. 2002 kam ABB mit einer Nettoverschuldung, die über zahlreiche Übernahmen aufgetürmt wurde, von rund fünf Mrd. Dollar an den Rand des Zusammenbruchs. Analysten hatten für das zweite Quartal durchschnittlich einen Auftragseingang von 6923 Mill. Dollar, einen Umsatz von 6210 Mill. Dollar, ein Betriebsergebnis von 591 Mill. Dollar und einen Reingewinn von 312 Mill. Dollar prognostiziert.

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