Das schlägt sich in den Zahlen nieder. Das operative Ergebnis der Siemens-Bereiche Industrie, Medizin und Energie stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr von 6,7 auf 9,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer operativen Marge von 12,4 Prozent.
Größter Gewinnbringer des Konzerns war einmal mehr die Energiesparte, obwohl es durchaus nicht überall glänzend läuft. So wird wohl das Ziel, im laufenden Jahr in die Gruppe der drei größten Windkrafthersteller aufzusteigen, verfehlt werden.
Siemens ist zwar bei Offshore-Anlagen auf hoher See stark, bei Windrädern, die auf dem Land errichtet werden, dominiert aber die chinesische Konkurrenz. Auch im Solarsektor gibt es für Siemens Nachholbedarf. Zudem werden weniger Kohlekraftwerke gebaut. Wenigstens das Geschäft mit Gasturbinen läuft noch blendend. Hier will Siemens viel investieren, um General Electric auf Abstand zu halten. Der Industriesektor wiederum profitierte stark von der lebhaften Konjunktur im letzten Jahr.
Löscher muss sich allerdings mit ärgerlichen Sonderlasten herumschlagen. Die Vertragsstrafe für den hastigen Ausstieg aus dem Joint Venture mit dem französischen Areva-Konzern war nur eine davon. Siemens sei nun ein "normales Unternehmen", hatte Löscher 2010 verkündet. Damit erweckte er den Eindruck, alle Baustellen seien geschlossen. Doch das ist bei einem komplexen Konzern wie Siemens wohl nie ganz möglich, wie auch Löscher lernen musste.