Bilanzanalyse Siemens: Kaum Schulden, hohe Liquidität und der ewige Sanierungsfall

Bilanzanalyse Siemens
Kaum Schulden, hohe Liquidität und der ewige Sanierungsfall

Das Auftragsbuch und die Kasse des Konzerns sind prall gefüllt. Dennoch geraten die Wachstumsziele von Vorstandschef Peter Löscher in Gefahr.
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München/FrankfurtDie See wird stürmisch. Da ist sich Peter Löscher sicher. In seinem Gruß an die 400 000 Siemens-Mitarbeiter zum Jahreswechsel holte er den großen historischen Vergleich heraus. 1874 habe Werner von Siemens gemeinsam mit seinen Brüdern Carl und Wilhelm den waghalsigen Versuch unternommen, ein Kabel durch den Atlantik zu ziehen. In einer Tiefe von 5000 Metern sei dieses schließlich verlorengegangen. "Zwei Tage lang war das Schicksal des Unternehmens mehr als ungewiss." Doch die Siemens-Brüder hätten das Kabel bergen und die Wettbewerber schlagen können.

Das Atlantik-Abenteuer ist für Löscher ein Beleg dafür, dass widrige Umstände die Firma schon immer stärker gemacht haben, statt sie zu schwächen. Kein Zufall also, dass er gerade jetzt daran erinnert. Denn 2012 wird kein leichtes Jahr für Siemens. Das werden wohl auch die Quartalszahlen am Dienstag zeigen. Als Infrastrukturanbieter hängen die Münchener stark an der Weltkonjunktur. Verunsicherte Kunden halten sich momentan aber mit neuen Bestellungen zurück. "In diesem Umfeld wird es großer Anstrengungen bedürfen, unser Schiff auf Kurs zu halten", warnt Löscher.

Kurs halten, das ist Löschers Strategie. Waghalsige Experimente, wie sie die Siemens-Brüder riskierten - dafür ist er nicht zu haben.

Dabei könnte der Siemenschef - wenn er wollte - durchaus etwas riskieren. Die Bilanz kann sich sehen lassen, auch dank Löschers Umbau in den vergangenen Jahren. Kaum ein Konzern in Deutschland ist so gut für einen drohenden Konjunkturabschwung gerüstet wie Siemens. Auftragsbuch und Kasse des Konzerns sind prall gefüllt.

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