Die Finanzlage bildet also ein solides Polster für die stürmischen Monate, die vor dem Konzern liegen.
Löscher hält trotzdem das Geld zusammen. Ein Aufsichtsrat ist froh, dass das Management nicht dem Drängen einiger Investoren nach einer Sonderdividende nachgekommen ist. Und sollte der Börsengang der Lichttochter Osram in diesem Jahr doch noch gelingen, würde weiteres Geld in die Siemens-Kasse fließen.
Immerhin gibt es für die Aktionäre ein kleines Plus. Die Dividende soll von 2,70 Euro pro Aktie im Vorjahr auf drei Euro erhöht werden. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 41 Prozent nach 46 Prozent. Ein kleines Trostpflaster. Denn mit der Kursentwicklung können die Aktionäre auf Jahressicht nicht so richtig zufrieden sein. Rund 14 Prozent hat die Aktie in den zurückliegenden zwölf Monaten verloren. Damit ist Siemens an der Börse deutlich stärker abgerutscht als der Dax.
Die Nagelprobe für Löscher kommt allerdings noch. In seinem neuen Zielsystem "One Siemens" - eine Art permanentes Unternehmensprogramm - hat er klare Vorgaben gemacht. Eine davon: Siemens soll schneller wachsen als die wichtigsten Wettbewerber. Wohlweislich hat Löscher kein Jahr genannt, in dem er die 100 Milliarden Euro Umsatz knacken will.
Früher hatte der Konzern einmal die Vorgabe formuliert, doppelt so schnell zu wachsen wie die Wirtschaft insgesamt - in einzelnen Märkten ebenso wie weltweit. Doch das Ziel wurde mehrfach verfehlt und hat sich nicht bewährt. Nun also ist der Vergleich mit Konkurrenten wie GE, Philips, ABB, Rockwell und Schneider wichtigster Maßstab.