Bilanzfälschung
Großbritannien bringt Olympus vor Gericht

Beim japanischen Medizintechnikunternehmen Olympus kocht der Bilanzskandal von Ende 2011 wieder hoch. Die britische Anti-Korruptionsbehörde geht fast zwei Jahre nach dem Skandal gegen das Unternehmen vor.
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TokioBeim japanischen Medizintechnikunternehmen Olympus ist der als erledigt geglaubte Bilanzskandal von Ende 2011 mit voller Wucht auf die Tagesordnung zurückgekehrt. Die britische Anti-Korruptionsbehörde geht nach Olympus-Angaben vom Mittwoch fast zwei Jahre nach Bekanntwerden von Löchern in der Bilanz gegen das Unternehmen und seine britische Tochter Gyrus vor. Die Behörde wirft Olympus Bilanzfälschung vor. Olympus-Aktien reagierten mit deutlichen Abschlägen und schlossen fast drei Prozent tiefer.

Im Oktober 2011 hatte der damalige Firmenchef einen weitreichen Bilanzbetrug aufgedeckt, bei dem Olympus Jahrzehnte lang Verluste vertuscht hatte. Das Vorgehen der britischen Behörden lässt den Skandal nun wieder aufleben, nachdem der Fall erledigt erschien. Im Juli wurden in Japan drei ehemalige Olympus-Manager in der Angelegenheit verurteilt. Zudem hat sich die Aktie mittlerweile von den verheerenden Verlusten aus der Zeit nach Bekanntwerden des Skandals erholt. Der japanische Sony-Konzern war dieses Jahr mit rund 500 Millionen Dollar bei Olympus eingestiegen und ist nun größter Aktionär.

Die britischen Behörden werfen Olympus vor, wegen der Fälschung von Bilanzen in den Fiskaljahren 2009 und 2010 gegen britische Gesetze verstoßen zu haben. Olympus erklärte, die Tatsache, dass die Behörde nun erstmals gegen eine Firma als Ganzes wegen Betrugs vorgehe und nicht gegen eine Einzelperson, lasse eine Prognose zur Dauer der Angelegenheit nicht zu. Die Gerichtsverhandlung beginne noch diesen Monat. Ein Sprecher ergänzte, auch in den USA würden Untersuchungen zu der Affäre andauern.

Olympus hatte Gyrus 2008 für zwei Milliarden Dollar gekauft. Dabei zahlte Olympus einen ungewöhnlich hohen Preis für die Beratung des Kaufs und schrieb das Geschäft später zusammen mit einer Reihe anderer Zukäufe vollständig ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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