Bilanzierung
Continental greift in die Trickkiste

Der hochverschuldete Autozuliefer Continental kämpft weiter darum, seine Verschuldungsobergrenzen einzuhalten. Laut des aktuellen Zwischenberichts hat das Unternehmen im dritten Quartal 24,9 Prozent seiner Conti-Tech-Anteile an eine ausgelagerte Treuhandgesellschaft verkauft. Jenseits solcher Tricksereien macht der Konzern aber wieder deutliche Fortschritte im operativen Geschäft.
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mjh/hz/sme/mcs DÜSSELDORF/FRANKFURT/HAMBURG. Die Treuhandgesellschaft verwaltet eigentlich das Pensionsvermögen von Conti. Dank der Liquiditätsspritze von 475,6 Mio. Euro durch den Verkauf von Anteilen an der Tochter Conti Tech konnten die Hannoveraner ihre Kreditvereinbarungen mit den Banken einhalten. Laut Angaben aus Finanzkreisen durfte die Nettofinanzverschuldung im dritten Quartal das 4,5-Fache des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nicht überschreiten.

Auf Basis der am Donnerstag veröffentlichen Zahlen betrug der Verschuldungsgrad zum Quartalsende sogar 6,2. Da die Banken jedoch einmalige Sonderbelastungen bei der Berechnung der Verschuldungsobergrenze nicht berücksichtigen, zog Conti den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Bei einem Bruch der Kreditvereinbarungen hätten die Banken die an Conti vergebenen Kredite sofort fällig stellen können.

Schon Ende des zweiten Quartals hatte Conti in die Trickkiste gegriffen: Damals verschob der Konzern die Zahlung der Juni-Gehälter für die inländischen Beschäftigten auf Anfang Juli und wies zum Stichtag 30. Juni eine um 100 Mio. Euro höhere Liquidität aus. Vor allem deshalb konnte Conti Ärger mit den Banken vermeiden.

Jenseits solcher Tricksereien macht Conti deutliche Fortschritte im operativen Geschäft und kann endlich die Bereinigung seiner bilanziellen Altlasten in Angriff nehmen. Damit hofft Conti, die Basis für eine erfolgreiche Umschuldung und eine verbesserte Kapitalstruktur zu legen, sagte der neue Vorstandschef Elmar Degenhart.

Seit Monaten ringt der Konzern mit seinem Mehrheitsaktionär Schaeffler um eine Kapitalerhöhung. Die soll Conti mindestens eine Mrd. Euro einbringen, darf aber den Stimmenanteil von Großaktionär Schaeffler von derzeit knapp 90 Prozent nicht unter 75 Prozent verwässern.

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  • und im weiteren wird das tarifrecht auf einige ( sich nicht rechnende bereiche ) entkräftet , um die lohnkosten zu drücken, auslagerungen und entlassungen werden folgen.
    ein phoenix wird conti nie !!!

  • Die Geschichte Conti/Schaeffler wird immer besser ...

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