Bilanzmanipulation
Schieder droht das Aus

Der größte europäische Möbelhersteller Schieder steht nun möglicherweise doch vor der Pleite. Erst kürzlich hatte das angeschlagene Unternehmen das Management ausgewechselt und eine neue Finanzierung ausgehandelt. Jetzt musste der neue Geschäftsführer mitteilen, dass Manipulationen in der Bilanz entdeckt worden sind. Es gab bereits erste Festnahmen.

ZÜRICH. Vier Manager, unter ihnen der Unternehmensgründer Rolf Demuth, wurden nach Auskunft eines Sprechers der Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag verhaftet. Ihre Wohnungen wurden durchsucht; am Dienstag sollen sie dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihnen wird vorgeworfen, die Bilanzen so manipuliert zu haben, dass das Unternehmen neue Kredite erhalten und Genussscheine in Höhe von insgesamt 283 Mill. Euro ausgeben konnte.

Bei den Bilanzmanipulationen geht es nach Handelsblatt-Informationen vor allem um überbewertete Warenläger. Das 11 000 Mitarbeiter starke Unternehmen räumte ein, dass mindestens ein zweistelliger Millionenbetrag zu viel verbucht worden sei.

Noch vor drei Wochen hatte Schieder mitgeteilt, die Produktion laufe wieder nach Plan, nachdem sich Gläubiger, Banken und Management auf eine Finanzspritze von 70 Mill. Euro geeinigt hatten. Geschäftsführer Franz-Josef Golüke hatte sein Amt, wie weiter mitgeteilt wurde, zu diesem Zeitpunkt „aus persönlichen Gründen“ niedergelegt.

Das neue Schieder-Management – seit Mitte Mai ist der Geschäftsführer der Restrukturierungsberatung Alix Partners, Ulrich Wlecke, Interim-Geschäftsführer – ist „mit der Neuausrichtung des Konzerns“ betraut worden. Finanzvorstand Gert-Peter Maekelburger blieb allerdings im Amt. Er sei von den Ermittlungen nicht betroffen, hieß es.

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