Bilanzpressekonferenz 2004
Mahle ist gedämpft optimistisch

Steigende Rohstoffpreise und der anhaltend starke Euro belasten den Automobilzulieferer Mahle. Der Start ins Jahr 2005 verlief zwar gut, aber für den weiteren Verlauf zeigte sich das Unternehmen vorsichtig.

HB STUTTGART. „Wir können nicht ganzjährig von einem Wachstum ausgehen“, sagte der Vorsitzende der Mahle-Geschäftsführung, Heinz Junker, am Dienstag in Stuttgart bei der Bilanzpressekonferenz 2004. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres habe der Umsatz zwar um sieben Prozent zugelegt. Die ursprüngliche Planung für 2005 mit einem Umsatzzuwachs auf mehr als vier Milliarden Euro sei wegen der schleppenden Pkw-Konjunktur und des schwächeren Dollar aber nicht zu halten.

„Der Umsatz wird auf 3,8 bis 3,9 Milliarden Euro steigen“, sagte Junker. Mit einer Wiederholung der 2004 erzielten Umsatzrendite von 3,4 Prozent zu rechnen, sei trotz sinkender Personalkosten „aus heutiger Sicht optimistisch“.

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Mahle unter dem Preisdruck in der Branche sowie gestiegenen Rohstoffpreisen und dem hohen Wechselkurs des Euro gelitten. Dennoch war der vorrangig mit Motorkomponenten und Kolben getätigte Umsatz durch den Boom bei Nutzfahrzeugen um 15,8 Prozent auf 3,76 Milliarden gestiegen. Als Jahresüberschuss verblieben 131,1 Millionen Euro, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber 2003.

Die Beschäftigtenzahl stieg weltweit - vor allem durch Übernahmen im Ausland - um fast 5000 auf rund 35 750. Ende des Jahres hatte Mahle von der VW-Tochter Audi den britischen Motorenhersteller Cosworth übernommen.

Der Beschäftigungspakt mit den rund 9000 Mitarbeitern in Deutschland wird Mahle erst in der zweiten Jahreshälfte bei den Personalkosten entlasten. Durch einen Gehaltsverzicht bei gleichzeitiger Beschäftigungsgarantie bis Ende 2009 erhofft sich das Unternehmen Einsparungen von rund 40 Millionen Euro im Jahr.

Preissteigerungen für Rohstoffe wie Stahl, Aluminium oder Kunststoffe führten hingegen bei konstanten Umsätzen zu einer Mehrbelastung von 50 bis 80 Millionen Euro, erläuterte Junker. Die höheren Preise an die Kunden abzuwälzen, sei bisher nicht gelungen. „Der Großteil der Belastungen wird bei uns hängen bleiben“, sagte der Konzernchef. Zudem belaste die Debatte um die Luftverschmutzung durch Diesel-Fahrzeuge ohne Partikelfilter das Geschäft. „Das ist nicht förderlich für den Absatz“, sagte der Mahle-Chef.

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