Bilanzskandal um US-Energiehändler
Enron-Gläubiger müssen sich in Verzicht üben

Die Gläubiger des in einem Insolvenzverfahren befindlichen US-Energiehändlers und Energiekonzerns Enron Corporation werden sich mit einer Rückzahlung von nur 14,4 Cent und 18,3 Cent je Dollar Forderung begnügen müssen. Dies hat das „Wall Street Journal“ am Freitag berichtet. Dies sei erheblich weniger als die durchschnittlichen Rückzahlungen in US-Insolvenzverfahren.

HB/dpa NEW YORK. Der Fall Enron war der erste einer ganzen Serie von spektakulären amerikanischen Bilanzskandalen. Das Unternehmen ist in die zweitgrößte Insolvenz der US-Wirtschaftsgeschichte nach der des Telekommunikations-Konzerns WorldCom verwickelt. Enron schuldet seinen Gläubigern nach Angaben der Zeitung 67 Mrd. Dollar (59 Mrd Euro).

Stephen Cooper, der amtierende Enron-Chef, erklärte der Zeitung in einem Interview im Hinblick auf die Rückzahlungsquoten es sei besser als Null. Dies hätten einige Gläubiger vor einem Jahr erwartet.

Die Rückzahlungsraten sind in einem Reorganisationsplan enthalten, der nach Angaben der Zeitung am Freitag dem Insolvenzgericht in New York vorgelegt werden soll. Enron befindet sich seit 19 Monaten in einem Insolvenzverfahren.

Der Reorganisationsplan werde zeigen, wie Enron seine verbleibenden Vermögenswerte unter den Gläubigern aufteilen wolle. Die Mittel stammen aus Verkäufen von Vermögenswerten und aus Kontraktvergleichen sowie aus Aktien der überlebenden Gesellschaften. Enron schätzte, dass 70 % der Rückzahlungen in bar erfolgen werden.

Der Reorganisationsplan lege Rückzahlungsziele für mehr als 300 verschiedene Gläubigergruppen von Enron und 173 Tochterfirmen fest, die Gläubigerschutz beim Insolvenzrichter gesucht hatten. Die beiden Hauptgläubiger-Gruppen, die 78 % der Gesamtforderungen haben, seien die ungesicherten Gläubiger von Enron und seiner Tochterfirma Enron North America Corp. Sie sollen im Rahmen des Plans 14,4 % bzw. 18,3 % ihrer Forderungen erstattet bekommen. Die Gläubiger der Enron Power Marketing sollen 21,3 % ihrer Ansprüche erhalten.

Enron benötigt für eine Annahme des Plans durch das Insolvenzgericht die Zustimmung von 50 % der Mitglieder jeder Gläubigergruppe, die insgesamt zwei Drittel der Gesamtforderungen repräsentieren. Enron werde erst im weiteren Jahresverlauf um ihre Zustimmung werben.

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