Bilanzvorlage: Arcelor umgarnt seine Aktionäre

Bilanzvorlage
Arcelor umgarnt seine Aktionäre

Stahlhersteller Arcelor hat den Kampf gegen die Übernahme durch den Weltmarktführer Mittal noch lange nicht aufgegeben. Der luxemburgische Konzern versucht seine Aktionäre mit einer satten Dividendenerhöhung zum Halten ihrer Papiere zu bewegen.

HB LUXEMBURG. Das Unternehmen wolle klar machen, „dass der Wert, den Arcelor für die Aktionäre schafft, deutlich den Wert übersteigt, den Mittal durch seine feindliche Offerte anstrebt“, teilte Arcelor am Donnerstag bei der Vorlage seiner Bilanz 2005 in Luxemburg mit. Die Dividende soll um 85 Prozent auf 1,20 Euro pro Aktie angehoben werden.

Arcelor habe im vergangenen Jahr ein „herausragendes Ergebnis“ erwirtschaftet, teilte der Konzern mit. Der Betriebsgewinn stieg von 4,34 auf 5,64 Mrd. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 5,6 Mrd. Euro gerechnet. Der Nettogewinn kletterte von 2,3 auf 3,8 Mrd. Euro. Der Umsatz wuchs von 30,1 auf 32,6 Mrd. Euro.

Die Ergebnisse des Jahres 2005 zeigten, dass Arcelors Geschäftsmodell „sehr effizient“ sei, betonte Arcelor-Chef Guy Dolle am Donnerstag bei der Bilanzvorlage. Die Übernahme-Offerte des Branchenprimus Mittal, der Arcelor für 18,6 Mrd. Euro übernehmen will, spiegele nicht den wahren Wert des Konzerns wider. Dolle sagte, die Erhöhung der Dividende sei normal angesichts der Geschäftsentwicklung und ein Zeichen des Vertrauens in die Zukunft des Konzerns. Arcelor enthüllte bei der Vorlage der Zahlen zwar keine Maßnahmen zur Abwehr der Mittal-Offerte, betonte aber, das Management prüfe alle Optionen, die im Interesse der Anteilseigner lägen.

Auch für das Jahr 2006 habe Arcelor „ausgezeichnete Aussichten“, unter anderem wegen der Übernahme des kanadischen Stahlherstellers Dofasco. Diese ist nur Stunden vor der Bilanzvorgabe von den kanadischen Behörden genehmigt worden. Arcelor werde sich darauf konzentrieren, weiterhin Kosten zu senken und die Dividenden für die Anteilseigner zu erhöhen, teilte der Konzern mit.

Der Mittal-Konzern hatte erklärt, die Arcelor-Aktionäre reagierten positiv auf das Übernahme-Angebot. Mittal hatte am Mittwoch Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt, die aber mau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausfielen, jedoch über den Analystenprognose lagen. „Wir bleiben zuversichtlich, alle Anteilseigner davon überzeugen zu können, dass diese Transaktion eine wirkliche Chance darstellt“, betonte Mittal-Chef Lakshmi Mittal.

„Die Aktionäre stehen zu uns“, sagte hingegen Arcelor-Chef Dollé der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Niemand von ihnen hat mir gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass er vorhat, auf Mittals Angebot einzugehen.“

Von einem Erfolg Mittals bei Arcelor hängt auch ab, ob der deutschen Branchenprimus Thyssen-Krupp noch bei der erhofften Übernahme des größten kanadischen Stahlkochers Dofasco zum Zuge kommt. Thyssen-Krupp hatte gegen Arcelor das Bietergefecht um Dofasco verloren. Mittal kündigte kurz danach jedoch an, im Fall einer Übernahme von Arcelor Dofasco an die Düsseldorfer zu verkaufen.



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