Bilfinger Berger-Projekt gescheitert
Sydneys Autofahrer meiden Maut-Tunnel

Schwerer Rückschlag für Maut-Projekte im Bereich der Verkehrsinfrastruktur: Ein von den australischen Autofahrern geschmähter Maut-Tunnel in Sydney, an dem auch der Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger beteiligt ist, hat Insolvenz angemeldet.

DÜSSELDORF. Ein Konsortium von 16 australischen und ausländischen Banken – darunter die Deutsche Bank – habe den Insolvenz-Spezialisten Korda-Mentha mit der Verwaltung des TunnelbetreibersCross City beauftragt, melden australische Medien. Maut-Projekte im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, etwa bei Tunneln, Brücken und Straßen, gelten als Zukunftsgeschäft für Baukonzerne wie Bilfinger, Hochtief und Strabag, die die Projekte planen, finanzieren, bauen und auf Dauer betreiben (Public Private Partnership). Doch nach zwei Flops mit Tunneln in Deutschland zeichnet sich mit der ersten größeren Pleite ein Ende der Euphorie ab. Das dürfte zu einer strengeren Auslese von Maut-Projekten führen.

Der Betreiber des Cross-City-Tunnels ist bei den Banken mit 560 Mill. australischen Dollar (334 Mill. Euro) verschuldet. An der Tunnelgesellschaft hält Bilfinger Berger 20 Prozent. Allerdings hat der zweitgrößte deutsche Baukonzern bereits im Sommer seine Beteiligung an dem Projekt voll abgeschrieben – zusammen mit einem Maut-Tunnel in Lübeck insgesamt 53 Mill. Euro.

„Wir haben den Verkehr zu optimistisch eingeschätzt“, hatte Bilfinger Berger Chef Herbert Bodner die Abschreibungen begründet. Von Missmanagement könne keine Rede sein, ein Rückzug aus dem Geschäftsfeld sei nicht geplant. Bodner hatte aber einen Strategiewechsel angekündigt. Künftig werde sich Bilfinger nur noch bei Verkehrsinfrastrukturprojekten engagieren, deren Erfolge nur begrenzt an das Verkehrsaufkommen gekoppelt sind. Konkurrenten und Verkehrspolitiker hatten dies als übertriebene Vorsicht und Rückschlag für Maut-Projekte kritisiert.

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