Billigauto
VW und Suzuki wollen Indien erobern

Volkswagen und sein neuer Partner Suzuki wollen den indischen Markt offenbar mit einem neuen Billigauto erobern. Offenbar planen beide Hersteller einen Kleinwagen, der auf dem Subkontinent für umgerechnet 2900 bis 3600 Euro verkauft werden soll. Damit wäre der Wagen etwa doppelt so teuer wie der Nano von Tata Motors - das billigste Auto der Welt.
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HB HAMBURG/BANGALORE. Ein VW-Sprecher sagte zu einem entsprechenden Zeitungsbericht, es sei noch zu früh für konkrete Projekte. Zunächst müsse gesehen werden, was auf Grundlage des gerade erst geschlossenen Vertrages mit Suzuki möglich sei. Volkswagen ist mit knapp einem Fünftel beim viertgrößten japanischen Autobauer eingestiegen und will so schneller seinen weltweit führenden Konkurrenten Toyota vom Thron stoßen. Die Allianz zielt vor allem auf den rasant wachsenden Automarkt in Indien, wo Suzuki mit Maruti Marktführer ist.

Die indische Zeitung "Economic Times" berichtete am Freitag, der neue Kleinwagen könne den in die Jahre gekommenen Kleinwagen Alto ersetzen. Das Auto werde zu einem Preis angeboten, der dem Einstiegsniveau für indische Kundschaft entspreche. "Deshalb können wir dieses Segment nicht unbesetzt lassen", sagte Maruti-Chef R.C. Bhargava dem Blatt.

Volkswagen hat in Indien kürzlich ein neues Werk eröffnet und will Anfang nächsten Jahres in Schwellenländern eine abgespeckte Version des VW-Polo auf den Markt bringen. Das Auto dürfte für viele Indern jedoch unerschwinglich sein. Um von der Motorisierung der Massen stärker zu profitieren, muss der Konzern, der in dem Land bisher vergleichsweise wenige Autos verkauft, deshalb auch günstigere Modelle anbieten.

In anderen Schwellenländern wächst VW bereits kräftig. In China, dem dem größten Markt der Wolfsburger, verkaufte der Konzern im November rund 73 Prozent mehr Fahrzeuge als vor einem Jahr. In Brasilien, einem weiteren großen Markt für das Unternehmen, legte die Kernmarke VW über 35 Prozent zu. Auf dem Heimatmarkt Deutschland belief sich der Zuwachs dank der Abwrackprämie auf 18,6 Prozent. In Westeuropa (ohne Deutschland) legte Volkswagen um 7,3 Prozent zu, während die Auslieferungen in Osteuropa, wo keine staatliche Kaufanreize gezahlt werden, um ein Fünftel einbrachen.

Nach elf Monaten traut sich Europas größter Autokonzern nun zu, im Gesamtjahr etwas mehr Autos zu verkaufen als im vergangenen Jahr. 2008 waren es weltweit 6,27 Millionen.

Für 2010 ist der Volkswagen dagegen skeptisch. "Das nächste Jahr wird äußerst schwierig", sagte Vertriebschef Detlef Wittig. Während der Absatz in China wahrscheinlich weiter wachsen werde, sei nach dem Wegfall staatlicher Verkaufsanreize in Europa mit deutlichen Rückgängen zu rechnen.

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