Billigimporte aus China
Europas Solarfirmen schmieden Bündnis

Die europäischen Solarfirmen werfen ihren Konkurrenten aus China Wettbewerbsverzerrung vor. Deshalb wollen sie nun klagen. Auch Deutsche Firmen sind dabei.
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Frankfurt, DüsseldorfEuropas Solarindustrie geht rechtlich gegen ihre Wettbewerber aus China vor. Bei der Europäischen Kommission sei eine Anti-Dumping-Klage gegen Hersteller aus China eingereicht worden, bestätigte Milan Nitzschke, Sprecher der neuen Initiative EU ProSun.
„Die Klage wird von der Mehrheit der europäischen Industrie unterstützt“, sagte Nitzschke dem Handelsblatt. Hinter dem Bündnis stehen 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern. Dazu zählen in Deutschland unter anderem das Bonner Unternehmen Solarworld und Sovello aus Bitterfeld-Wolfen.

Die Kläger werfen ihren Konkurrenten aus China massive Wettbewerbsverzerrung vor. So würden Firmen wie Suntech, Yingli und LDK Solar vom chinesischen Staat erheblich subventioniert. „Die chinesischen Unternehmen werden mit milliardenschweren Krediten versorgt und bieten trotz massiver Verluste ihre Produkte zu Preisen unter ihren Herstellungskosten an“, kritisierte Nitzschke. Erst kürzlich hatte beispielsweise die Stadt Xinyu einen Kredit in Höhe von 78 Millionen Dollar für die dort ansässige LDK Solar getilgt.
Am zuständigen EU-Handelskommissar Karel de Gucht wird es nun liegen, Belege dafür zu finden. Die EU-Kommission wird bis Mitte September entscheiden, ob die Klage angenommen wird. Ein vorläufiges Urteil soll dann bis Juni kommenden Jahres gefällt werden. Denkbar ist, dass dies früher geschieht. Mögliche Anti-Dumping-Zölle würden dann rückwirkend verhängt werden.

Chinesische Produzenten laufen dagegen Sturm. Ihre Allianz für Bezahlbare Solarenergie AFASE (Alliance for Affordable Solar Energy) sprach sich entschieden gegen Strafzölle aus. „Offene Märkte sind unerlässlich, um Solarenergie bezahlbar zu machen und die Klimaschutzziele der EU zu erreichen“, sagte Gregory Spanoudakis, Europa-Präsident der chinesischen Canadian Solar und AFASE-Mitglied. Protektionistische Maßnahmen würden der Solarindustrie in vielerlei Hinsicht schaden. Sie hätten gestiegene Preise zur Folge und würden die Verbraucher ebenso wie die Staatshaushalte stark belasten, sagte er.

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Solarindustrie für Peking Schlüsselindustrie

Kommentare zu " Billigimporte aus China: Europas Solarfirmen schmieden Bündnis "

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  • Europas Solarfirmen schmieden Bündnis, zuerst sollten die deutschen Politiker abgewatscht werden.

    Wie können unsere Politiker so unvernünftig sein, die Subventionen der Solarindustrie dermaßen zu kürzen. Mit einer Kürzung von etwa 2% bis 5% jährlich konnte sich die Solarindustrie hervorragen einstellen.
    Leider erfolgten brachiale Kürzungen, die zahlreiche Solarmodulhersteller geradewegs in die Insolvenz getrieben haben. Das ist ein wirtschaftlich verheerendes Ergebnis. Vielleicht wollten unsre Politiker sparen, um den ESM zu füttern.

    Die Solarenergie schafft Unabhängigkeit und die Dezentralisierung bringt erhebliche Vorteile. Wer eine Wechselrichteranlage auf dem Dach hat, kann sich glücklich schätzen. Dreht der Stromanbieter den Saft ab, kein Problem, der Strom ist durch Akku-Speicher und Wandler im Haus gesichert.

    Die Chinesen unterstützen die Solarindustrie gewaltig. Und Deutschland dreht der Technik den Hahn zu. Wo bleibt der Aufschrei der Partei Bündnis 90 / Die Grünen. Diese Partei ist doch für saubere Ökologie, oder nicht mehr?

  • Hallo ich meine, dass Sie sich einen dicken Oekobären haben aufbinden lassen. Die Versorger haben sehr reichliche Rückstellungen für die Entsorgung des abgebrannten Kernbrennstoffs wie auch der Kraftwerke gebildet.

    Vandale

  • Lieber Vandale,

    wenn kommerziell erzeugter Atomstrom in Deutschland nie "gefördert" wurde, frage ich mich wer denn die Kosten für die Atommüll Einlagerung der nächsten Jahrtausende tragen soll und schon trägt. Ich gehe mal davon aus, das dass nicht die Atomkraftwerksbetreiber sind, sondern der Staat. Somit handelt es sich um eine unüberschaubare, gigantische Subventionierung des Atomstroms.
    Also lieber denken, bevor man Kommentare schreibt... Sechs, setzen!

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