Billigkonkurrenz aus Asien belastet
Villeroy & Boch baut im Westen ab und im Osten auf

Der saarländische Keramikhersteller Villeroy & Boch will seine Produktion in Osteuropa ausbauen, streicht im Westen dafür aber Stellen. Die Sparmaßnahme kosten aber erstmal.

HB FRANKFURT. Der saarländische Konzern rechnet nach eigenen Angaben vom Donnerstag alleine für den Stellenabbau in der Geschirrproduktion in Luxemburg bis Ende des Jahres mit Restrukturierungskosten von 9,5 statt von 8 Mill. Euro. Die Aufwendungen, die überwiegend im dritten Quartal anfielen, drückten Villeroy & Boch in diesem Zeitraum ins Minus. Von Juli bis September schrieb das Unternehmen aus Mettlach 1,7 Mill. Euro Verlust nach einem Gewinn von 1,3 Mill. Euro vor Jahresfrist.<

In den ersten neun Monaten ging der Gewinn um mehr als ein Viertel auf 4,3 Mill. Euro zurück. Der Umsatz stieg dagegen um knapp 7 Prozent auf 705,5 Mill. Euro. Dazu trug unter anderem der Kauf dreier Sanitärkeramik-Werke in Mexiko bei.

Im Gesamtjahr erwartet Villeroy & Boch einen Zuwachs beim Umsatz und beim operativen Ergebnis der Sparten Badausstattung und Fliesen. Der Geschäftsbereich Tischkultur werde durch den Abbau von einem Drittel der 450 Stellen in Luxemburg einmalig belastet, hieß es. Davon verspricht sich Villeroy Einsparungen von 7 Mill. Euro im Jahr. Aber auch im Stammwerk in Mettlach fallen bis Ende nächsten Jahres 330 Stellen weg. Villeroy & Boch beschäftigt heute rund 10 200 Mitarbeiter, davon etwa 3 500 in Deutschland.

Fertigung im Osten

Mit dem Stellenabbau reagiert der Keramikhersteller auf die „Schwemme von Billigimporten aus Fernost“. Deswegen müsse das Unternehmen auch seine Produktionsstätten in Rumänien und Ungarn stärken. Zudem wird das Inland immer unwichtiger. Der Umsatz sank hier in den ersten neun Monaten um 1,9 Prozent auf 203,7 Mill. Euro.

Profitieren konnte das Unternehmen von dem Wellness-Trend: Der Bereich Bad und Wellness wuchs in den ersten neun Monaten 2006 um rund 11 Prozent auf 364,2 Mill. Euro. Ein Großteil davon fiel auf das Ausland. Auch die Nachfrage nach Geschirr und Besteck von Villeroy & Boch hinkte in Deutschland der des Auslands hinterher: Während der Umsatz hier zu Lande um 13,2 Prozent fiel, stieg er im Ausland um mehr als 10 Prozent.

2005 hatte Villeroy & Boch bei 893,2 Mill. Euro Umsatz einen Gewinn von 13,2 Mill. Euro erwirtschaftet. Die Aktie war im September aus dem Kleinwerteindex SDax herausgefallen.

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