Billiglohnländer im Gespräch
Siemens droht massive Stellenverlagerung

Den Münchener Technologiekonzern Siemens hat bereits vor geraumer Zeit Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer ins Gespräch gebracht. Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen sind nun jedoch weitaus mehr Stellen als bislang bekannt davon bedroht, ins Ausland verlagert zu werden.

HB MÜNCHEN. „Die Größenordnung, um die es hier geht, liegt auf alle Fälle im fünfstelligen Bereich“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus den Kreisen. Bei Gesprächen von Management und Arbeitnehmervertretern im Wirtschaftsausschuss am 31. März gehe es nicht nur um die in diesem Zusammenhang bereits genannten Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort der Mobilfunksparte (ICM). Vielmehr gebe es ähnliche Konzepte auch für die Netzwerksparte (ICN), die Verkehrstechnik (TS), die Automatisierungssparte (A&D) sowie den Bereich Energieübertragung (PTD). Im Gespräch seien alternative Standorte in Osteuropa und Asien.

Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete am Montag ebenfalls über Verlagerungspläne für andere Siemens-Sparten. Siemens selbst bestätigte die Angaben nicht. „Wir kommentieren das nicht“, sagte eine Konzernsprecherin.

„Wir gehen davon aus, Siemens meint die Sache ernst“, hieß es in den Gewerkschaftskreisen. „Von Pierer will eine zweite Tarifrunde aufmachen.“ Konzernchef Heinrich von Pierer hatte den Mitte Februar getroffenen Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie mehrfach als zu hoch und die Arbeitszeitregelungen in Deutschland als zu unflexibel kritisiert.

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