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Bioethanol: Der Alkohol vom Acker boomt

Die Lust auf den Alkohol vom Acker nimmt zu. Auch die etablierten Chemiekonzerne finden mittlerweile Geschmack an der Nutzung von Bioethanol als nachwachsendem Rohstoff. Die ersten Anlagen sind bereits am Start.

Ein Getreidefeld vor einer Biogas-Anlage in Deutschland. Quelle: dpa
Ein Getreidefeld vor einer Biogas-Anlage in Deutschland. Quelle: dpa

FrankfurtNur wenige Wirtschaftszweige erlebten in den letzten Jahren einen derart starken Boom wie das Geschäft mit Bioethanol. Angetrieben von der kräftigen staatlichen Förderung für nachwachsende Energierohstoffe hat sich die globale Produktion allein seit 2006 mehr als verdoppelt, auf inzwischen etwa 100 Milliarden Liter. Mehr als 80 Prozent davon werden als Kraftstoff-Zusatz eingesetzt. Das Geschäft bestreiten im Wesentlichen Agrarkonzerne wie Südzucker in Deutschland, Archer Daniel Midland (ADM) in den USA und viele kleinere Produzenten aus dem landwirtschaftlichen Umfeld.

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Nach und nach finden aber auch ganz andere Akteure Geschmack an dem boomenden Geschäft mit dem Alkohol vom Acker: die etablierten Chemiekonzerne.

Das bisher wohl größte Engagement auf dem Gebiet geht nun der niederländische Spezialchemiehersteller DSM ein. Zusammen mit dem US-Ethanolproduzenten Poet will DSM rund 250 Millionen Dollar in eine neuartige Pilotanlage investieren, die ab 2013 jährlich etwa 80 Millionen Liter Ethanol aus Zellulose produzieren soll. Sie dürfte zu den weltweit größten Fabriken dieser Art zählen.

Aber auch andere Chemiehersteller, darunter die US-Konzerne Dow Chemical und Dupont sowie die dänische Novozymes sind in diesem Geschäft unterwegs. Die zum Clariant-Konzern gehörende Südchemie AG etwa startete vor wenigen Monaten den Bau einer Anlage, die etwa eine Million Liter Ethanol aus zellulosehaltigen Agrarabfällen produzieren soll.

Die Chemiekonzerne setzen auf einen Wandel in den Produktionsverfahren. Ethanol wird bisher fast ausschließlich aus zucker- oder stärkehaltigen Feldfrüchten wie Weizen und Zuckerrohr gewonnen. Die Produktion des Rohstoffs erfolgt also in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion – eine Entwicklung, die zusehends in die Kritik gerät.

Nicht zuletzt aus der Politik wächst damit der Druck, alternative Verfahren einzusetzen, die andere, nichtessbare Pflanzenbestandteile wie Zellulose nutzen. Dafür jedoch ist mehr Technik und Chemie nötig. Denn Zellulose muss mit Enzymen zunächst in Zucker umgewandelt werden, um die nachfolgende Vergärung zu Ethanol zu ermöglichen. „Wir haben den Vorteil, dass wir sowohl die nötigen Hefen als auch Enzyme produzieren können“, sagt DSM-Finanzchef Ralf-Dieter Schwalb.

  • 14.02.2012, 17:11 UhrAnonymer Benutzer: Ingbert

    @gutmenschensucks: Wo soll denn bitte eine Bioethanolanlage der zweiten Generation Monokulturen fördern??? Ihr Beitrag lässt durchblicken, dass Sie das Konzept nicht verstanden haben. Denn bei einer Bieothanolanlage der zweiten Generation werden landwirtschaftliche Abfallstoffe wie Stroh verwendet um die darin enthaltene Cellulose zu Bioethanol zu vergären. Durch die Verwendung dieser Abfallstoffe wird eben gerade KEINE Konkurrenz zur Nahrungsmittel- und Viehfutterindustrie hergestellt. Der Prozess ist schwieriger als der herkömmliche - denn für den werden leicht verarbeitbare Pflanzen wie Mais oder Weizen verbraucht. Und genau das führt dann zu "Tank statt Teller". Unabhängig davon, macht die Vergärung von essbaren Pflanzen zu Ethanol immer noch einen sehr geringen Teil des Weltverbrauchs aus. Der mit Abstand größte Teil wird als Viehfutter verwendet. Da der moderne Mensch ja drei Mal am Tag Fleisch essen muss wird Mais in horrenden Massen in der Schweiezucht als Mastmittel eingesetzt und wird dann zu wenig Fleisch (wenn man kalorieninput zu kalorienoutput ins verhältnis setzt). Bevor man also die böse Treibstoffindustrie verteufelt, sollte man sich an die eigene Nase fassen und den übermäßigen Fleischkonsum drosseln. Ist gut für das Klima, Nahrungsmittelpreise und fürs Portemonnaie.

  • 14.02.2012, 17:11 UhrAnonymer Benutzer: Ingbert

    @gutmenschensucks: Wo soll denn bitte eine Bioethanolanlage der zweiten Generation Monokulturen fördern??? Ihr Beitrag lässt durchblicken, dass Sie das Konzept nicht verstanden haben. Denn bei einer Bieothanolanlage der zweiten Generation werden landwirtschaftliche Abfallstoffe wie Stroh verwendet um die darin enthaltene Cellulose zu Bioethanol zu vergären. Durch die Verwendung dieser Abfallstoffe wird eben gerade KEINE Konkurrenz zur Nahrungsmittel- und Viehfutterindustrie hergestellt. Der Prozess ist schwieriger als der herkömmliche - denn für den werden leicht verarbeitbare Pflanzen wie Mais oder Weizen verbraucht. Und genau das führt dann zu "Tank statt Teller". Unabhängig davon, macht die Vergärung von essbaren Pflanzen zu Ethanol immer noch einen sehr geringen Teil des Weltverbrauchs aus. Der mit Abstand größte Teil wird als Viehfutter verwendet. Da der moderne Mensch ja drei Mal am Tag Fleisch essen muss wird Mais in horrenden Massen in der Schweiezucht als Mastmittel eingesetzt und wird dann zu wenig Fleisch (wenn man kalorieninput zu kalorienoutput ins verhältnis setzt). Bevor man also die böse Treibstoffindustrie verteufelt, sollte man sich an die eigene Nase fassen und den übermäßigen Fleischkonsum drosseln. Ist gut für das Klima, Nahrungsmittelpreise und fürs Portemonnaie.

  • 14.02.2012, 08:44 UhrAnonymer Benutzer: Frank.O

    @ gutmenschensucks: Ich erwarte für die kommenden 5 – 10 Jahre weitgehend stabile Preise für Grundnahrungsmittel (Brot, Butter, Milch, Fleisch, Obst & Gemüse). Ausreißer in beide Richtungen sind (meist wetterbedingt) möglich. So fallen die Preise für Getreide, Kartoffeln, Obst & Gemüse seit Mitte 2011 schon wieder (gutes Wetter = gute Ernten; EHEC usw.). Für die seit 2-3 Jahren für Getreide gezahlten Preise lohnen sich Flächenausweitungen in den Hauptanbaugebieten der Welt (Deutschland gehört nicht dazu) in jedem Fall. Geeignetes Land, welches zu früheren Zeiten bereits landwirtschaftlich genutzt wurde (Osteuropa, ehemalige Sowjetunion usw.), ist genug vorhanden. Deutliche Ertragssteigerungen auf den dort bereits genutzten Flächen durch verbesserte Anbaumethoden usw. sind zu erwarten. Deshalb kann auf absehbare Zeit der Mehrbedarf (steigende Weltbevölkerung, steigender Fleischverbrauch = mehr Futtergetreide, Zunahme des Energiegetreideanbaus [= Flächenkonkurrenz] & des Biolandbaus [geringere Erträge = höherer Flächenverbrauch] gedeckt werden. Wir haben bei dieser Entwicklung Verteilungsprobleme (Regionen mit hohen Überschüssen & weite Teile der Welt, wo bis heute Menschen hungern bzw. verhungern) & ethische Konflikte zu lösen (Warum verbrennen wir Getreide in unseren Autos, wenn gleichzeitig Menschen verhungern?). Im Übrigen sind die Erzeugerpreise für die o.g. Grundnahrungsmittel (d.h. die Preise, welche der Landwirt für seine Produkte bezahlt bekommt) seit Jahren eher niedrig. Die Kosten für die Veredlung (Weizen – Mehl – Brot) sowie für Handel & Logistik machen den weitaus größten Anteil am Preis im Supermarktregal aus. Bsp.: Eine Verdoppelung des Roggenpreises (auf bisher noch nie erreichte € 30,-/100 kg) würde den Roggenbrotpreis (1 kg; Preis € 2,20 – 3,50) um ca. 6 cent erhöhen.

    @ Handelsblatt: Das Bild zeigt keine Biogasanlage.

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