Biogen und Elan ziehen MS-Medikament zurück: Tysabri nach Todesfall vom Markt genommen

Biogen und Elan ziehen MS-Medikament zurück
Tysabri nach Todesfall vom Markt genommen

Der US-Konzern Biogen Idec und die irische Elan nehmen ihr gerade erst auf den Markt gebrachtes Multiple-Sklerose-Medikament „Tysabri“ nach einem Todesfall vom Markt. Die Aktien der Konkurrenten wie etwa Schering verzeichneten am Montag in Reaktion auf die Nachricht Kurssprünge, während die Aktien von Biogen und Elan einbrachen.

HB NEW YORK. Biogen teilte mit, das Präparat werde nach dem Tod eines Patienten freiwillig vom Markt genommen. Der Patient starb danach an einer seltenen, aber häufig tödlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Tysabri war erst im November auf den Markt gekommen und galt als scharfer Konkurrent für das umsatzstärkste Schering-Mittel Betaferon. Schering-Aktien reagierten mit einem Kursplus von gut vier Prozent auf 55,85 €. Die Titel der Schweizer Serono, die mit ihrem MS-Mittel Rebif 2006 Weltmarktführer werden wollen, stiegen über 20 %. Auch die Papiere der israelischen Teva Pharmaceutical Industries, die das MS-Mittel Copaxone vertreibt, gewannen in den USA gut neun Prozent. Die Aktien von Biogen dagegen verloren rund 40 % und Elan-Titel um fast 70 %.

Der Markt für Multiple Sklerose (MS) wird allein in den USA auf rund drei Mrd. Dollar geschätzt und wächst schnell. Biogen und Elan, Schering, Serono und Teva teilen ihn sich auch weltweit auf. Im Jahr 2002 war Serono mit Rebif auf den Markt gekommen und hatte vor allem dem älteren Biogen-Produkt Avonex aber auch Scherings Betaferon Marktanteile abgenommen. Schering hatte daraufhin im Oktober erklärt, die Zeiten des starken, zweistelligen Wachstums bei Betaferon seien vorbei. Schering erzielte 2004 mit Betaferon rund 20 % seines Umsatzes.

Für 2005 hatte Schering bei Betaferon ein prozentual einstelliges Wachstum in Landeswährungen vorhergesagt. Ein Schering-Sprecher wollte sich am Montag zunächst nicht zu möglichen Änderungen der Prognose äußern. Schering versucht seinen Marktanteil von geschätzten 17 % mit neuen Studien über das Produkt zu verteidigen.

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