Biotech auf dem Vormarsch
In der Pharmabranche sind die Zahlen besser als die Stimmung

Solide Zahlen, verhaltene Stimmung. Dieses Bild prägt weiterhin die Situation im Pharmasektor. Der Wahlsieg von US-Präsident George W. Bush hat die Branche zwar von einer ihrer größten Sorgen befreit. Die Gefahr staatlicher Preisrestriktionen auf dem US-Markt scheint damit weitgehend gebannt.

FRANKFURT/M. Im übrigen dominierten in den vergangenen Monaten die negativen Nachrichten – angefangen von der spektakulären Rücknahme des Schmerzmittels Vioxx, die den US-Konzern Merck & Co in eine Krise stürzte, bis hin zu der Debatte über Antidepressionsmittel, die offenbar den Absatz dieser Produkte schwächt.

„Am Branchenausblick wird sich letztlich wenig ändern, unabhängig davon ob die Demokraten oder die Republikaner im Weißen Haus regieren. Die Herausforderungen für die Industrie bleiben bestehen“, heißt es in einer Studie der Deutschen Bank, die kurz vor der US-Wahl publiziert wurde. Zu diesen Herausforderungen gehört insbesondere der bevorstehende Patentablauf bei einer Reihe umsatzstarker Produkte. Fachleute rechnen damit, dass der daraus resultierende Preisdruck auch patentgeschützte Konkurrenzprodukte erfassen könnte. Gleichzeitig keimen neue Zweifel an der Innovationskraft der Branche. Denn als Reaktion auf die kritische Diskussion auf den Fall Vioxx schicken sich Zulassungsbehörden an, noch vorsichtiger zu agieren. Die US-Behörde FDA kündigte bereits eine Revision ihrer Sicherheitsprüfungen an. Vor allem in Bereichen, wo bereits erfolgreiche Mittel existieren, dürften sich damit die Anforderungen an neue Produkte weiter erhöhen.

Marktforscher rechnen vor diesem Hintergrund damit, dass sich das Wachstum auf dem US-Pharmamarkt in den kommenden Jahren erstmals seit langem auf weniger als zehn Prozent reduzieren wird. Mehrere Top-Unternehmen der Branche, allen voran die angeschlagene Merck & Co, kämpfen inzwischen mit rückläufigen oder stagnierenden Umsätzen. Branchenführer Pfizer bereitete seine Aktionäre jüngst auf schwaches Wachstum im Jahr 2005 vor, wenn mehrere wichtige Patente auslaufen. Im dritten Quartal legte der US-Konzern währungsbereinigt gerade noch um ein Prozent zu, während im ersten Halbjahr die Integration von Pharmacia noch kräftig Steigerungsraten erlaubte.

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