Biotech-Branche
Viel Hoffnung, wenig Geld

Die Finanzierungslage der deutschen Biotech-Branche hat sich deutlich verschlechtert. Trotzdem ist die Stimmung durchaus positiv. Vielversprechende Projekte kommen voran und sollen Investoren anlocken.
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Frankfurt„Die Wüste lebt. Noch.“ Das ist die gute Nachricht von Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Biotech-Branchenvereinigung Bio Deutschland in seinem aktuellen Grußwort an die Branche: „Noch haben wir schließlich genügend motivierte Unternehmen hier.“ Die schlechte Nachricht folgt ein paar Seiten später im gestern veröffentlichten Jahrbuch der Branchenorganisation: Die Finanzierungslage der Biotechbranche hat sich in diesem Jahr dramatisch verschlechtert.

Gerade mal 105 Millionen Euro haben deutsche Biotechfirmen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres von Wagniskapitalgebern und über Kapitalerhöhungen zur Finanzierung bekommen, der absolut niedrigste Stand seit 2005. Und selbst wenn sich in den fünf Wochen bis zum Jahresende noch ein paar Millionen auftreiben lassen: Von dem guten Jahr 2010, in dem mehr als 650 Millionen Euro zusammenkamen und das die Branche auf eine Trendwende in Sachen Finanzierung hoffen ließ, ist die Biotechindustrie in Deutschland meilenweit entfernt.

Dennoch ist die Stimmung in der Branche gar nicht so schlecht: Auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt Anfang der Woche verströmten viele Biotech-Manager Zuversicht – und das nicht nur, um potenziellen Investoren ein positives Bild zu zeichnen. Die Branche hat mittlerweile einige kleinere und größere Erfolgsstorys zu melden, und das macht den mehr als 500 anderen deutschen Biotechfirmen Mut.

Beispiel Wilex: Das Münchener Unternehmen hat gerade von dem unabhängigen Datenkontrollkomitee IDMC in den USA wegen guter Datenlage die Empfehlung bekommen, auf eine Zwischenanalyse bei der Erforschung seines Krebsmittels Rencarex zu verzichten und gleich zur abschließenden Analyse überzugehen. Das verkürzt die Zeit bis zum Zulassungantrag um viele Monate. Firmenchef Olaf Wilhelm, der dem Mittel in der Spitze einen Umsatz von 500 Millionen Dollar zutraut, hofft jetzt darauf, einen Zulassungsantrag in der ersten Jahreshälfte 2013 stellen zu können.

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