Biotech-Firma
Allianzen machen Evotec reich

Partnerschaften können auch gut für den Geldbeutel sein – wie zum Beispiel bei Evotec: Sprudelnde Einnahmen aus Allianzen mit großen Pharmafirmen sorgen bei der Biotechfirma für gute Stimmung.
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HamburgEvotec schraubte am Donnerstag bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Umsatzprognose nach oben und strebt 2011 neue Bestwerte beim operativen Ergebnis und Überschuss an. „Die Frage ist nicht, ob wir über den Vorjahreswerten liegen werden, sondern nur, wie viel“, sagte Firmenchef Werner Lanthaler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

2011 rechnet Lanthaler nun wie im Vorjahr mit einem Umsatzplus von rund 30 Prozent. Die Erlöse würden sich damit auf 70 bis 72 Millionen Euro summieren statt wie bisher in Aussicht gestellt auf 68 bis 70 Millionen. Neben neuen Kooperationen wie mit dem belgischen Pharmakonzern UCB würden sich auch die bestehenden Allianzen mit Partnern wie Novartis, Ono Pharmaceutical oder Boehringer Ingelheim besser entwickeln als Anfang des Jahres erwartet, sagte Lanthaler.

Der Österreicher hat die Kooperationen mit Pharmakonzernen bei der Entwicklung neuer Medikamente nach der Übernahme des Chefsessels im März 2009 zum Kerngeschäft von Evotec erklärt. Die riskante Entwicklung eigener Medikamente fuhr er hingegen drastisch herunter. In der Folge schrieb das Unternehmen 2010 erstmals einen Gewinn von drei Millionen Euro. Auch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres blieb die Firma mit einem Gewinn von 0,8 Millionen in den schwarzen Zahlen.

Ende Juni verfügte Evotec zudem über liquide Mittel von 56,5 Millionen Euro und will die Augen nach Zukaufmöglichkeiten weiten offenhalten, wie Lanthaler ankündigte. In jüngster Zeit hatte der Firmenchef mit dem Kauf der US-Molekülfirma Compound Focus, des Göttinger Konkurrenten Develogen und des Münchner Unternehmens Kinaxo bereits drei mal zugeschlagen.

Wenig Freunde bereitet Lanthaler derzeit dagegen der Kurs der Evotec-Aktie, der seit Jahresbeginn auf Talfahrt ist. „Es tut schon weh, dass wir das erfolgreichste erste Halbjahr unserer Firmengeschichte hinlegen - und der Aktienkurs um 40 Prozent einbricht“, klagt der Firmenchef. „Immer wieder fragen mich besorgte Aktionäre in E-Mails nach den Gründen für den Kurssturz und ich kann ihnen nicht wirklich eine Antwort geben“, sagte Lanthaler, der auf das Prinzip Hoffnung setzt. „Nach einem Absturz gibt es meist eine Korrektur nach oben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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