Biotech-Industrie
Test-Desaster reißt Pharmafirma TeGenero in die Pleite

Im März machte das Würzburger Pharmaunternehmen TeGenero Schlagzeilen, als sein Wirkstoff TGN 1412 in London sechs Männer bei einem Medikamententest in Lebensgefahr brachte. Weil eben dieser Wirkstoff das wichtigste Produkt in der Pipeline von TeGenero ist und Finanziers den Geldhahn zudrehten, muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.

HB WÜRZBURG. Nach den Tests sei es nicht gelungen, benötigte weitere Finanzmittel einzuwerben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bei dem Test in Großbritannien war mehreren Männern der Wirkstoff TGN 1412 verabreicht worden, der gegen chronische Entzündungen und Leukämie gedacht war. Die Probanden brachen unter Schmerzen und mit extremen Schwellungen zusammen, zwei von ihnen schwebten lange in Lebensgefahr. Das Unglück hatte eine Diskussion über strengere Vorschriften bei Medikamententests an Menschen ausgelöst.

Die Aufsichtsbehörden kamen später zu dem Schluss, dass Tegenero keine Versäumnisse vorzuwerfen seien. Die Ereignisse bei dem Test seien nicht vorhersehbar gewesen, bekräftigte das Unternehmen, das aus einer Ausgründung der Universität Würzburg hervorgegangen war. Die Schadenersatzansprüche der betroffenen Testteilnehmer werden nach Tegeneros Angaben weiter von der zuständigen Versicherung betreut. Die Anwälte der Betroffenen seien über die Insolvenz unterrichtet worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Würzburger Rechtsanwalt Frank Hanselmann bestellt.

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