Biotechbranche Celgene kauft Krebsspezialisten

Der Biotechkonzern Celgene kauft für neun Milliarden US-Dollar den Krebsspezialisten Juno Therapeutics. Celgene hatte zuvor schon einen Blutkrebsspezialisten gekauft – und die Einkaufstour ist noch nicht zu Ende.
Update: 22.01.2018 - 14:30 Uhr Kommentieren
Der Biotechkonzern Celgene kauft mit Juno Therapeutics einen weiteren Spezialisten für Krebstherapien. Quelle: dpa
Krebstherapien

Der Biotechkonzern Celgene kauft mit Juno Therapeutics einen weiteren Spezialisten für Krebstherapien.

(Foto: dpa)

FrankfurtIm lukrativen Markt für Krebsimmuntherapien steigt das Übernahmefieber. Der US-Biotechkonzern Celgene schlägt bei Juno Therapeutics zu und übernimmt für neun Milliarden Dollar die restlichen Anteile an dem Krebsspezialisten. Celgene hielt zuvor bereits ein Paket von 9,7 Prozent und bietet den Aktionären nun 87 Dollar je Aktie - ein Aufschlag von mehr als 28 Prozent zum Schlusskurs am Freitag. Der Zukauf soll noch im ersten Quartal abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Juno hat sich auf Immuntherapien zur Behandlung von Krebs spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt Krebstherapien mit genetisch veränderten Abwehrzellen – sogenannte CART-T-Zellen – die den Krebs erkennen und bekämpfen sollen. Noch hat die 2013 gegründete Firma kein Medikament auf dem Markt. Die Zulassung des größten Hoffnungsträgers von Juno, eines Mittels zur Behandlung des B-Zell-Lymphoms, wird für 2019 erwartet - ihm wird ein Spitzenumsatzpotenzial von rund drei Milliarden Dollar zugetraut.

Die Immuntherapie von Krebs gilt als eines der vielversprechendsten Felder der Krebsmedizin. In der Pharmabranche ist ein regelrechtes Wettrennen um die Vorherrschaft in diesem Milliardenmarkt entbrannt. Im vergangenen Sommer übernahm der US-Pharmakonzern Gilead den Juno-Konkurrenten Kite für knapp zwölf Milliarden Dollar. Celgene hatte erst Anfang Januar die Übernahme des Blutkrebsspezialisten Impact Biomedicines für bis zu sieben Milliarden Dollar angekündigt. Das erste Juno-Paket hatte Celgene 2015 übernommen und damals 93 Dollar je Aktie gezahlt.

Die Gewinnbringer der Pharmabranche
Platz 10: Prevenar
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Der Impfstoff schützt vor der Infektionskrankheit Pneumokokken, einer bakteriellen Lungenentzündung, die vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen lebensbedrohlich sein kann. Dem Pharma-Riesen Pfizer bringt der Impfstoff jährlich 5,7 Milliarden Dollar ein.

Platz 9: Lantus
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Den Insulin-Stift von Sanofi nutzen weltweit Millionen Diabetiker – und bescheren dem französischen Pharmakonzern jährlich Einnahmen von mehr als sechs Milliarden Dollar.

Platz 8: Herceptin
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Unter dem Namen Herceptin vermarktete der Baseler Pharmakonzern Roche einen Antikörper, der zur Behandlung von einigen Brust- und Magenkrebsformen eingesetzt wird. Die Entwicklung der Arznei durch den Krebsforscher Dennis Slamon wurde 2008 unter dem Titel „Living Proof“ verfilmt. Bis heute hat auch Roche seine Freude an dem Medikament: Es generiert pro Jahr einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar. Damit trägt Herceptin allein mehr als zehn Prozent zum Jahresumsatz von Roche bei.

Platz 7: Avastin
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Mit Avastin hat Roche ein weiteres profitables Krebsmedikament im Portfolio: Avastin ist beispielsweise für Darm-, Lungen- oder Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Die Baseler verdienen pro Jahr 6,72 Milliarden Dollar mit dem Wirkstoff.

Platz 6: Revlimid
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Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Celgene ist in Europa als „Orphan Drug“ zugelassen – also als Medikament für seltene Krankheiten. Das bedeutet, dass es nur in wenigen Fällen verschrieben wird, die Therapiekosten jedoch sehr hoch sind. Das Krebsmittel bringt Celgene im Jahr knapp 7 Milliarden Dollar.

Platz 5: MabThera/Rituxan
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Das wichtigste Krebsmittel von Roche generiert jährlich 7,23 Milliarden Dollar Umsatz. Der unter den Namen MabThera und Rituxan vermarktete Wirkstoff gilt als Vorreiter der sogenannten gezielten Krebstherapie, bei der die Antikörper mittels Gentechnik hergestellt werden.

Platz 4: Remicade
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Die Ampullen der US-Pharmariesen Johnson & Johnson sowie Merck & Co. helfen gegen zahlreiche Krankheiten: In Europa ist das Medikament als Therapie etwa für die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn oder die Hautkrankheit Schuppenflechte zugelassen. Der Allrounder bringt den beiden Konzernen jährliche Einnahmen von 8,2 Milliarden Dollar.

Im Sog der Übernahme von Juno stiegen die Anteilsscheine der deutschen Biotechfirma Medigene, die ebenfalls auf Krebsimmuntherapien spezialisiert ist. Die Papiere waren mit einem Plus von mehr als sechs Prozent größter Gewinner im Technologieindex TecDax.

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