Biotechkonzern
Amgen peilt Kauf von Actelion an

Das Übernahmekarussell in der Pharmabranche dreht sich wieder: Das weltgrößte Biotechunternehmen Amgen prüft den Kauf des Schweizer Konkurrenten Actelion. Die Aktie des Konzerns machte am Mittwoch bereits einen Satz nach oben.
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FRANKFURT. Ein offizielles Übernahmeangebot von Amgen gibt es zwar noch nicht, es könnte nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg aber noch in dieser Woche vorgelegt werden.

Actelion bringt sich schon mal durch Gespräche mit potenziellen weißen Rittern in Stellung, wie das Unternehmen gestern Morgen in einer knappen Mitteilung andeutete. Laut Marktinformationen soll Actelion-CEO Jean-Claude Clozel mit den Pharmakonzernen Roche, Johnson & Johnson sowie Bristol Myers Squibb gesprochen haben. Eine offizielle Bestätigung gibt es von Actelion nicht.

In den vergangenen Jahren haben sich vor allem die großen Pharmakonzerne mit dem Kauf von Biotechunternehmen verstärkt, um sich aussichtsreichen Medikamentennachschub ins Haus zu holen. Merck/Serono und Roche/Genentech sind prominente Beispiele, auch das aktuelle Gebot von Sanofi-Aventis für den US-Biotechkonzern Genzyme gehört dazu.

Mit Amgen ist nun das weltgrößte Biotechunternehmen an Actelion und seinen vielversprechenden Produkten interessiert. An der Börse trieb die Übernahmefantasie die Aktie von Actelion gestern nach oben. Am Nachmittag wurde das Unternehmen mit 7,1 Mrd. Schweizer Franken (umgerechnet 5,3 Mrd. Euro) bewertet.

Die vor 30 Jahren gegründete Amgen erforscht und vermarktet biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, darunter Produkte gegen Blutarmut (Epo-Produkte) und gemeinsam mit dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer das Rheumamittel Enbrel. Mit einem Umsatz von zuletzt knapp 15 Mrd. Dollar hat das Unternehmen längst die Liga der Top 15 Pharmakonzernen der Welt erreicht und kämpft mittlerweile sogar mit denselben Problemen wie Big Pharma: Drohende Patentabläufe und die Konkurrenz durch Nachahmerpräparate.

Amgens Epo-Produkte werden mittlerweile von Generikakonzernen nachgeahmt und das Topprodukt Enbrel mit zuletzt 3,5 Mrd. Dollar Umsatz verliert 2012 seinen Patentschutz. Dem Branchenführer ist es trotz Milliardeninvestitionen in die Forschung in den letzten Jahren nicht gelungen, genügend Nachfolgeprodukte zu entwickeln.

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