Biotechkonzern
Qiagen versprüht Optimismus

Die lange Zeit verwöhnten Aktionäre von Qiagen mussten sich in den vergangenen Monaten mit ein bisschen Weniger zufrieden geben. Nun soll es wieder aufwärts gehen.
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Hilden Der Biotechkonzern Qiagen rechnet nach einem verhaltenen Jahresstart bald wieder mit besseren Zeiten. "Die Zahlen, die jetzt von unseren Kunden kommen, zeigen ganz klar eine Wiederbelebung", gab sich Firmenchef Peer Schatz am Mittwoch im Gespräch mit Reuters zuversichtlich. Das auf Tests zum Nachweis von Krankheiten sowie Laborgeräte spezialisierte Unternehmen bekam in seinem Geschäft zuletzt die Folgen der schwächelnden US-Wirtschaft zu spüren. Auch die Naturkatastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika wirkten sich Qiagen zufolge im ersten Quartal negativ aus.

Der bereinigte operative Gewinn ging im Zeitraum Januar bis März binnen Jahresfrist um vier Prozent auf 70,5 Millionen Dollar zurück. Analysten hatten 71,5 Millionen Dollar erwartet.

Der Umsatz verharrte mit 264,3 Millionen Dollar in etwa auf Vorjahresniveau. Der bereinigte Gewinn je Aktie nahm leicht um einen Cent auf 21 Cent zu. Viele Amerikanerinnen hatten im Zuge der US-Konjunkturflaute ihre Jobs verloren und damit häufig auch ihren Versicherungsschutz. So liefen bei Vorsorgetests zum Nachweis von Gebärmutterhalskrebs (HPV), einem Schlüsselprodukt des Unternehmens, die Verkäufe im Auftaktquartal nur mäßig. Inzwischen sieht es Qiagen zufolge schon wieder besser aus.

Das Unternehmen bekomme entsprechende positive Signale aus dem Markt, sagte Firmenchef Schatz. Das schlage sich bei Qiagen aber erst ein paar Monate später in den Zahlen nieder. "Das ist mit einer der Gründe, warum wir für das zweite und dritte Quartal eine gute Belebung sehen", sagte der Firmenchef. Qiagen setzt zudem auf ein neues Molekulardiagnostik-Testsystem. Das inzwischen auf den Markt gebrachte Gerät sei sehr gut angelaufen, sagte Schatz.

Das im TecDax notierte Unternehmen erwartet für 2011 weiterhin ein Umsatzplus von fünf bis sieben Prozent und einen noch stärkeren Zuwachs des bereinigten Gewinns je Aktie von sieben bis 13 Prozent. 2012 peile das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzwachstum an, sagte Schatz.

Auf die neue Konkurrenz bei Vorsorgetests gegen Gebärmutterhalskrebs in den USA reagiert Qiagen gelassen. "Wir sind gut vorbereitet und glauben, dass die Marktführerschaft ganz klar bei uns liegt", sagte Schatz. Der Schweizer Pharmariese Roche hatte unlängst von der US-Gesundheitsbehörde grünes Licht für seinen Vorsorgetest bekommen. Die US-Firma Hologic bietet bereits einen HPV-Test an und mit Gen-Probe und Abbott drängen weitere Konkurrenten auf den Markt. Qiagen setzt darauf, dass mit dem steigenden Wettbewerb auch die Verbreitung der HPV-Tests zunimmt. Qiagen hatte in den USA zuletzt einen Marktanteil von über 90 Prozent in dem Geschäft. Manche Analysten rechnen damit, dass dieser durch mehr Wettbewerb bis 2014 auf unter 66 Prozent sinken könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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