Biotechnica-Messe
Biotech: Die benachteiligte Zukunftsbranche

Biotech-Unternehmen kämpfen derzeit mit vielen Widrigkeiten. Nicht nur die Wirtschaftskrise belastet die Branche. Auch von der deutschen Unternehmenssteuergesetzgebung fühlen sich die Firmen benachteiligt. Viele Probleme, dabei lasten auf den Unternehmen doch so große Hoffnungen.

FRANKFURT. Wirtschaftskrise, weniger Wagniskapital und eine Unternehmenssteuergesetzgebung, bei der sich kleine, innovative Unternehmen benachteiligt fühlen: Die Biotechnologiebranche, die sich seit Dienstag auf der Biotechnica-Messe in Hannover trifft, kämpft zurzeit mit vielen äußeren Widerständen.

Beim Umsatz wird die Branche in diesem Jahr nicht an 2008 anknüpfen können, erwarten die Mitgliedsunternehmen des Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) laut einer aktuellen Umfrage. Der hohe Anteil der wenig konjunktursensiblen Segmente Biopharmazeutika und Diagnostika habe den Rückgang in der industriellen Biotechnologie zwar abgefedert, diesen aber nicht kompensieren können. Immerhin: "Die Talsohle ist durchschritten. Die Branche erwartet in den kommenden Monaten eine leichte Belebung des Geschäfts", sagte der DIB-Vorsitzende Stefan Marcinowski gestern in Frankfurt.

Unzufrieden ist die Branche zudem mit dem aktuellen Unternehmenssteuerrecht. Gerade hat die Europäische Kommission erklärt, dass der deutsche Gesetzesentwurf zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG) in entscheidenden Teilen nicht mit den EU-Leitlinien vereinbar ist. Das Gesetz sollte die 2008 eingeführte Unternehmensteuerreform abmildern, durch die sich besonders kleine und mittelständische Unternehmen diskriminiert sahen.

Jetzt gelten also weiterhin Begrenzungen für den Verlustabzug bei Unternehmensverkäufen an Wagniskaptalbeteiligungsgesellschaften - die immer noch wichtigste Finanzierungquelle für Biotechunternehmen. Für kleine, innovative Firmen, die typischerweise über viele Jahre Verluste aufbauen, bevor sie die Gewinnzone erreichen, heißt das, dass sie im Fall einer mehr als 25prozentigen Übernahme anteilig den Verlustvortrag verlieren. Erwirbt ein neuer Anteilseigner mehr als 50 Prozent des Biotechunternehmens, gehen die Verlustvorträge vollständig verloren.

Seite 1:

Biotech: Die benachteiligte Zukunftsbranche

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%