Biotechnologie
Biotech-Unternehmen müssen kooperieren

Deutsche Biotechforscher und-Unternehmen halten eine solide Position in der Entwicklung neuer Verfahren und Technologien. Sie tun sich aber schwer in der Entwicklung neuer Arzneimittel, dem nach wie vor lukrativsten Segment des Biotech-Geschäfts. Finanziell lukrative Lizenzverträge mit großen Pharmaherstellern bleiben Mangelware.

FRANKFURT. Deutsche Biotechforscher und-Unternehmen halten eine solide Position in der Entwicklung neuer Verfahren und Technologien. Sie tun sich aber schwer in der Entwicklung neuer Arzneimittel, dem nach wie vor lukrativsten Segment des Biotech-Geschäfts.

Auch für das vergangene Jahr bescheinigen Fachleute der Branche eine nur durchwachsene Bilanz. Finanziell lukrative Lizenzverträge mit großen Pharmaherstellern bleiben Mangelware. Der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zufolge hat sich zwar die Zahl der Projekte in frühen Entwicklungsstadien weiter erhöht, nicht jedoch die Zahl der Wirkstoffkandidaten in der abschließenden Testphase III oder im Zulassungsverfahren. "Es geht weiter voran in der klinischen Entwicklung. Aber es hapert noch bei Phase-III-Produkten", so Biotech-Expertin Julia Schüler von Ernst & Young. Die Testphase III ist die letzte und in aller Regel aufwendigste Testphase eines Produkts mit einer relativ großen Zahl an Patienten.

Dabei dürften Veränderungen in den Rahmenbedingungen als auch finanzielle Restriktionen und strategische Fehlentscheidungen eine Rolle spielen. Ebenso wie die Pharmabranche sind Biotechfirmen von einem härteren regulatorischen Umfeld betroffen, das höhere Anforderungen an Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten stellt. Klinische Studien werden dadurch langwieriger, teurer und wirtschaftlich riskanter.

Eine gewisse Schwäche dürfte nicht zuletzt daraus resultieren, dass man sich nach dem Platzen der Biotechblase Anfang des Jahrzehnts, zu leichtfertig auf die Entwicklung von Wirkstoffen mit geringem Innovationsgrad oder zu hohen Risiken gestürzt hat. Eingeschränkt wird der Spielraum zudem durch eine seit Jahren relativ schwache Versorgung mit Risikokapital. Da sich die Bedingungen durch die Finanzkrise und eine ungünstige Steuergesetzgebung weiter verschlechterten, hat für deutsche Biotechfirmen die Kooperation mit großen Pharmafirmen an Dringlichkeit gewonnen. Dem steht zwar ein sehr hoher Bedarf an neuen Produkten, zugleich aber auch ein verschärftes Ausleseverfahren gegenüber. "Diese Konzerne wollen sehr, sehr gute Daten sehen", sagt Cornelia Thomas von der WestLB.

Insgesamt haben die etablierten Pharmariesen das Volumen ihrer Allianzen kräftig ausgeweitet. Allein die vier Top-Akteure, Glaxo-Smithkline, Pfizer, Novartis und Roche haben nach Daten von E&Y in den letzten vier Jahren Biotech-Allianzen mit Zahlungsverpflichtungen von bis zu 33 Mrd. Euro besiegelt.

Seite 1:

Biotech-Unternehmen müssen kooperieren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%