Biotechnologie
Qiagen stockt Kriegskasse auf

Das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen hat neue Aktien ausgegeben und 380 Millionen Euro in die Kassen gespült. Qiagen war zufrieden – die Kapitalerhöhung soll mehrfach überzeichnet gewesen sein. Manche Analysten hatten allerdings mit einem höheren Erlös gerechnet.

HB VENLO. Angesichts der Börsenerholung wagt nun auch der Biotechzulieferer Qiagen eine umfangreiche Kapitalerhöhung. Mindestens 380 Millionen Euro will das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Freitag durch die Ausgabe neuer Aktien bei Investoren einsammeln. Damit soll unter anderem die bis zu 130 Millionen Dollar schwere Übernahme des britischen Diagnostikunternehmens DxS finanziert werden, das auf therapiebegleitende Diagnostika spezialisiert ist. In diesem Feld hat Qiagen seine Aktivitäten zuletzt verstärkt.

Mit dem Kapitalschritt stellt sich das Unternehmen in eine Reihe anderer Firmen, die in jüngster Zeit das verbesserte Börsenumfeld genutzt hatten. Spitzenreiter in Deutschland in diesem Jahr ist bislang der Baustoffkonzern HeidelbergCement, der sich 2,3 Milliarden Euro beschafft hatte, um seine Schuldenlast zu reduzieren. Qiagen zeigte sich mit dem Interesse der Investoren zufrieden. "Die Kapitalerhöhung ist mehrfach überzeichnet gewesen", sagte ein Firmensprecher. Finanzkreisen zufolge überstieg die Nachfrage das Angebot 2,5 Mal.

Die Mehrzuteilungsoption von 4,125 Millionen Aktien könne noch bis zu 30 Tagen nach dem 24. September von den federführenden Banken ausgeübt werden.

Während der Konzern mit einem Bruttoerlös von 380 Millionen Euro rechnet, hatten einige Analysten mit einem noch höheren Erlös gerechnet. Nach einem zeitweisen Minus von fast drei Prozent in den ersten Handelsminuten erholte sich das Papier des TecDax-Schwergewichtsim Tagesverlauf.

Die Kapitalerhöhung wurden von der Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan begleitet. Der Handel der neuen Aktien soll in Frankfurt und New York am 29. September beginnen. Mit der Kapitalerhöhung will das Unternehmen den am Dienstag angekündigten Kauf des britischen Diagnostika-Herstellers Dxs bezahlen und etwaige künftige Akquisitionen stemmen. Ende Juni verfügte Qiagen zudem über liquide Mittel in Höhe von 390 Millionen Dollar. Vor der Kapitalerhöhung gehörten die Fondsgesellschaft Fidelity mit um die 15 Prozent und die DWS mit rund fünf Prozent zu den größten Aktionären von Qiagen.

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