Biotechnologieunternehmen baut Forschung aus
Evotec rechnet weiter mit roten Zahlen

Wegen hoher Investitionen in den Ausbau der Forschung dürfte Evotec auch 2005 einen Verlust verbuchen, wie das defizitäre Biotechnologieunternehmen am Dienstag erklärte. Die im Technologieindex TecDax notierte Evotec-Aktie brach darauf zeitweise um mehr als sechs Prozent ein.

HB FRANKFURT. „Wir werden auch dieses Jahr einen Fehlbetrag haben, wenn auch voraussichtlich niedriger als 2004“, sagte Vorstandschef Jörn Aldag am Montagabend bei der Vorlage der Jahresbilanz in Hamburg. Für 2004 wies Evotec vor allem wegen Wertberichtigungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 79,5 Mill. € einen Verlust von 84,2 (Vorjahr: minus 14,2) Mill. € aus. Für dieses Jahr geht der Konzern von einem Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent aus.

Im abgelaufenen Jahr hatte Evotec - wie bereits im Februar berichtet - 72,7 Mill. € umgesetzt. Den Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegründete die Gesellschaft unter anderem mit dem schwachen Dollar. Evotec erzielt etwa 42 % der Umsätze in den USA. In Europa setzt der Konzern 46 % um, zwölf Prozent in Asien.

Die Evotec-Papiere erholten sich am Vormittag leicht, lagen aber noch 5,78 % im Minus bei 2,77 €. Analysten sprachen von einem verhaltenen Ausblick. Der relativ vorsichtige Umsatzausblick liege bislang etwa fünf Prozent unter den Erwartungen des Brokerhauses Equinet, schrieb etwa Equinet-Analyst Volker Braun in einem Kurzkommentar.

Bislang erwirtschaftet das Hamburger Unternehmen seinen Umsatz vor allem in zwei Sparten: Mit der Auftragsforschung erzielte Evotec Erlöse in Höhe von 54,1 Mill. €, in der Sparte Technologien 17,7 Mill. €. In Zukunft will das Unternehmen mit der eigenen Forschung eine dritte Geschäftssäule aufbauen und dies unter anderem mit Umsätzen aus der Auftragsforschung finanzieren. Für Forschung und Entwicklung will Evotec dieses Jahr zwölf bis 14 Mill. (Vorjahr: 13,8) Euro ausgeben.

Evotec setzt vor allem auf Substanzen zur Behandlung von Krankheiten des zentralen Nervensystems (ZNS), beispielsweise Alzheimer. Allerdings will Evotec die Wirkstoffe nicht selbst bis zur Marktzulassung entwickeln, sondern die Arzneimittelkandidaten auslizenzieren. Die kostspielige Entwicklung würden dann andere Unternehmen übernehmen. Evotec erhält im Gegenzug Zahlungen für Forschungsziele oder im Fall der Marktzulassung Umsatzbeteiligungen. Bis 2008 will das Unternehmen eine Substanz in eine Partnerschaft auslizenzieren.

Evotec verfolgt damit in der Forschung eine ähnliche Strategie wie das auf die Antikörperforschung spezialisierte Biotechunternehmen Morphosys. Die in Martinsried bei München ansässige Gesellschaft hatte 2004 dank Kooperationen mit anderen Unternehmen - früher als erwartet - die Gewinnzone erreicht.

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