Bis 2026 Hunderte Bestellungen aus Deutschland erwartet
Airbus wittert Milliardengeschäft

Die Flugzeugflotte in Deutschland wird sich nach einer Airbus-Marktprognose in den kommenden 20 Jahren mehr als verdoppeln und auf 1 100 Maschinen anwachsen. Um den steigenden Bedarf zu decken und alte Flugzeuge zu ersetzen würden die Airlines massenhaft neue Maschinen bestellen – ein Milliardengeschäft.

HB HAMBURG/PARIS/MOSKAU. Die Fluggesellschaften in Deutschland brauchen nach einer Analyse des Herstellers Airbus in den nächsten 20 Jahren mehr als 900 neue große Passagier- und Frachtflugzeuge. Der Wert dieser neuen Flugzeuge betrage nach heutigen Listenpreisen 109 Mrd. Dollar (60 Mrd. Euro), teilte Airbus am Dienstag in Hamburg mit. Damit stehe Deutschland weltweit bei der Auslieferung neuer Passagier- und Frachtflugzeuge auf Rang fünf.

Das Flugaufkommen in Deutschland sei im Zeitraum von 2000 bis 2007 um 37 Prozent gestiegen und werde trotz der ölpreisbedingten Schwierigkeiten weiterhin um durchschnittlich knapp fünf Prozent pro Jahr zunehmen, heißt es in der Airbus-Mitteilung. „Die starke und wachsende Nachfrage in Deutschland ist auf die gute wirtschaftliche Entwicklung, den zunehmenden Tourismus und den Markteintritt der Billigflieger zurückzuführen, deren Marktanteil - bezogen auf die Kapazität - von rund zwei Prozent vor zehn Jahren auf heute 38 Prozent gestiegen ist.“ Laurent Rouaud, Airbus-Vizepräsident für Marktprognosen und Forschung, sagte: „Mit seinem beeindruckenden Wirtschaftswachstum und einer konstant hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland bleibt Deutschland ein Schlüsselmarkt für Airbus.“

Der Anteil an Airbus-Flugzeugen an der deutschen Luftverkehrsflotte über 100 Sitzen liege gegenwärtig bei 49 Prozent. Von dem künftigen Bedarf entfallen 600 auf kleinere Jets mit einem Gang in der Kabine für Kurzstrecken, 200 auf Großraumflugzeuge für Mittel- und Langstrecken und knapp 100 Superjumbos wie den A380 sowie auf Frachter. Größter Airbus-Kunde in Deutschland und auch weltweit ist die Lufthansa.

Unterdessen rückt EADS rückt laut einem Zeitungsbericht von seinen Einstiegsplänen bei der russischen Flugzeugbau-Holding UAC ab. EADS wolle seinen 10-prozentigen Anteil am Kampfjet-Hersteller Irkut verkaufen, der ursprünglich in eine Beteiligung an der Holding umgewandelt werden sollte. Das berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ am Dienstag unter Berufung auf EADS und UAC. Die Beteiligung an Irkut habe zuletzt einen Wert von 2,2 Mrd. Rubel (knapp 60 Mio Euro) gehabt. UAC umfasst die großen russischen Flugzeughersteller.

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