Bis Oktober
Philips spaltet Halbleiter ab

Europas größter Elektronikhersteller, Philips, will sich bis Ende Oktober von seiner Chipsparte trennen. Die Gründe sind die gleichen wie bei Infineon.

HB/pos DÜSSELDORF. Den Zeitplan gab der niederländische Technologiekonzern am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen bekannt. Zu Details oder Partnern wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Mit der Abspaltung folgt Philips dem Beispiel des deutschen Konkurrenten Infineon, der angekündigt hat, die Speicherchip-Sparte aus dem Konzern herauszulösen. Philips-Chef Gerard Kleisterlee will mit dem Schritt offenbar die Schwankungsanfälligkeit des Konzerns verringern. Das Halbleitergeschäft gilt als extrem zyklisch mit entsprechend großen Auf- und Abschwüngen.

Mit der Abspaltung sei der angestrebte Zuschnitt des Unternehmens „im Prinzip“ erreicht, sagte Philips-Finanzchef Pierre-Jean Sivignon dem Handelsblatt. Die Halbleitersparte trug zuletzt entscheidend zum Überschuss von 160 Mill. Euro bei, den Philips in den ersten drei Monaten dieses Jahres erzielte. Der Konzernüberschuss blieb wegen der hohen Kosten für die Schließung eines Gemeinschaftsunternehmens, das traditionelle Fernsehröhren herstellte, zwar hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Konzernchef Kleisterlee sagte aber: „Wir sind erfreut, dass wir unsere Dynamik erhalten – mit kräftigem Wachstum und solider Entwicklung in all unseren wichtigen Sparten.“ Tatsächlich übertraf der Umsatz im ersten Quartal mit fast 7,5 Mrd. Euro die Vorhersagen der Analysten. Die Unterhaltungselektronik machte ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.

Dass Philips wieder auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt ist, führt Finanzvorstand Sivignon auf einen Strategiewechsel zurück. Vor gut zwei Jahren habe das Management entschieden, „kein Geld in die Weiterentwicklung oder Erhaltung alter Produkte zu stecken“, sagte er. „Heute machen wir über 50 Prozent des Umsatzes mit Produkten, die jünger sind als zwei Jahre.“

Experten bewerten die Konzentration auf Sparten mit gleichmäßigerem Ertragsverlauf wie etwa die Medizintechnik positiv. Viele Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 30 Euro. Auch Deutsche-Bank-Analyst Nicholas Gaudois hält an seinem „Kauf“-Rating für Philips mit Kursziel 31 Euro fest. Er schätzt dabei besonders die starke Position des Unternehmens in der Zukunftsbranche Medizintechnik.

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