Bis zu 200 000 Stellen in Deutschland bedroht
Chemieindustrie drängt nach China

Mittlerweile werden nicht nur einfache Produktionsanlagen, sondern auch Prozesse mit hoher Wertschöpfung und Forschungs- und Entwicklungsabteilungen nach China verlagert.

HB FRANKFURT. Die mit der Wachstumsschwäche in Europa kämpfende Chemische Industrie drängt nach Asien. Vor allem das boomende China lockt die Unternehmen. Nach Prognosen von BASF wird die Chemie-Nachfrage in China 2015 etwa 200 Milliarden Dollar betragen. 2002 lag die Nachfrage erst bei 100 Milliarden Dollar. Investmentbanken wie Merrill Lynch erwarten, dass China bis 2015 bereits zum zweitgrößten Chemiemarkt hinter den USA aufsteigen könnte.  

Der stark wachsende Bedarf der lokalen asiatischen Märkte, ein unerschöpfliches Potenzial an Arbeitskräften und zusätzlich niedrige Lohnkosten machen China für die Chemische Industrie so attraktiv. Hinzu kommt, dass Abnehmerbranchen der Chemieindustrie, wie etwa die Textil-, Kommunikations- und Automobilindustrie, Standorte in die Region Asien und China verlagern. Die besonders lohnintenisve Bekleidungs- und Textilindustrie hat beispielsweise weite Teile ihrer Produktion bereits in die Niedriglohnländer Asiens verlagert. In der Folge ist die Nachfrage nach Textilchemikalien in Asien dynamisch angestiegen.

Chemieindustrie folgt ihren Kunden nach Asien

Die Chemische Industrie folge ihren Kunden, um den Bedarf vor Ort decken zu können. "Wir gehen dort hin, wo unsere weiterverarbeitenden Kunden sind, um eng mit ihnen verbunden zu sein und die Nachfrage vor Ort befriedigen zu können", sagt beispielsweise VCI-Präsident Jürgen Hambrecht, zugleich BASF-Vorstandsvorsitzender. Eine Vielzahl von Chemieunternehmen, vor allem die Großen, hätten das Ziel, in den nächsten Jahren ihren Umsatzanteil in Asien auf 20 % bis 25 % ihres Gesamtumsatzes auszubauen.

Lokale Fertigung ist nach Ansicht des VCI-Präsidenten dabei eine Grundvoraussetzung. Asien sei daher zum Investitionsschwerpunkt geworden, in den zunehmend auch F&E-Einrichtungen einbezogen würden. Auch das Management-Beratungsunternehmen A.T. Kearney erwartet, dass die Chemische Industrie mehr und mehr ihren Großkunden nach Asien folgen wird. Nach Erkenntnissen der Beratungsgesellschaft zeichnet sich ab, dass die Chemische Industrie in Europa bis zum Jahr 2015 drastisch schrumpfen und nach China abwandern wird. A.T.Kearney schätzt, dass in den kommenden 10 Jahren bis zu einem Drittel aller Arbeitsplätze nach China verlagert werden.

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