Bis zu einer Mrd. Euro Bußgeld: Aufzugsherstellern droht Rekordstrafe wegen Kartellabsprache

Bis zu einer Mrd. Euro Bußgeld
Aufzugsherstellern droht Rekordstrafe wegen Kartellabsprache

Die EU wird gegen vier Aufzugshersteller, darunter Thyssen-Krupp, ein Bußgeld von bis zu einer Milliarde Euro verhängen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Es wäre das höchste Bußgeld, das die EU-Kommission jemals bei einem Kartellverfahren verhängt hat.

BRÜSSEL. Den vier Aufzugsherstellern Thyssen-Krupp, Schindler, Otis und Kone winkt eine Kartellstrafe der EU in Rekordhöhe. Das Bußgeld soll zwischen 900 Mill. und einer Mrd. Euro liegen, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte sich auf Anfrage zu dem Betrag nicht äußern. Es wird erwartet, dass die Brüsseler Behörde ihre Entscheidung am Mittwoch bekannt geben wird.

Die EU-Kommission hatte Mitte 2005 ein Kartellverfahren gegen das deutsche Unternehmen Thyssen-Krupp, Schindler aus der Schweiz, Kone aus Finnland sowie den zum US-Konzern United Technologies gehörenden Hersteller Otis eingeleitet. Die Unternehmen sollen laut Branchenkreisen rund zehn Jahre lang in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden Aufträge und Ausschreibungen für Fahrstühle und Rolltreppen unter sich aufgeteilt haben.

Wie das Handelsblatt aus der Branche weiter erfuhr, soll auf Thyssen-Krupp rund die Hälfte der Gesamtstrafe entfallen, da es sich um ein wiederholtes Kartellvergehen des Unternehmens handele. Ein Sprecher von Thyssen-Krupp sagte, es stehe noch kein Betrag fest.

Für Otis und Kone werde die Strafe reduziert, da sie sich als Kronzeugen zur Verfügung gestellt hätten, hieß es in den Branchenkreisen. Allerdings betreffe der Nachlass für Otis nur den niederländischen Markt und für Kone die Kartellabsprachen in Belgien und Luxemburg.

Nach den Informationen aus der Branche sollen die Absprachen nur innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen gültig gewesen sein und sich von Land zu Land unterschieden haben. In Deutschland habe das Kartell lediglich Rolltreppen umfasst. Die einzelnen Märkte seien von der EU-Wettbewerbsbehörde jeweils getrennt untersucht worden. Das Bußgeld beziehe sich aber auf das Vergehen in allen Ländern.

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