Bis zu minus 11 Prozent
Reebok reißt Adidas-Aktie nach unten

Die neue Tochter Reebok macht dem deutschen Sportartikelhersteller Adidas schwer zu schaffen. Die Verkaufszahlen im dritten Quartal sehen alles andere als rosig aus. Nun nimmt Adidas Geld in die Hand, um die US-Tochter auf Vordermann zu bringen. Den Aktionären gefällt das aber gar nicht.

HB MÜNCHEN. Die Investitionen wirken sich merklich auf die Gewinnprognose in 2007 aus. Im kommenden Jahr sei nur eine Gewinnsteigerung von 15 Prozent zu erwarten, teilte Adidas am Donnerstag mit. Eigentlich wollte der Herzogenauracher Konzern 20 Prozent mehr verdienen als in diesem Jahr. 2006 soll der Nettogewinn aber wie geplant auf annähernd 500 Mill. Euro steigen nach 383 Mill. Euro im Vorjahr. Im dritten Quartal stieg der Gewinn von Adidas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 215 auf 244 Mill. Euro.

Die Aktie reagierte zum Börsenstart mit einem Abschlag von 11 Prozent, fing sich aber wieder etwas und pendelt nun um ein Minus von 7 Prozent.

„Wir haben bei der Integration von Reebok in unsere Gruppe wesentliche Fortschritte gemacht, so dass Reebok heute deutlich besser aufgestellt ist als zur Zeit der Akquisition Ende Januar“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Um die Marktposition von Reebok mittel- und langfristig zu stärken, werde im nächsten Jahr unter anderem für Werbung und Produktentwicklung mehr Geld ausgegeben, kündigte der Konzernchef an. Die Millionen fehlen Adidas dann allerdings beim Gewinn, was die Anleger aufschreckte.

Zudem spiegeln sich die positiven Aussagen Heiners nicht in den realen Zahlen wider. Der Auftragsbestand von Reebok lag Ende September 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Von Februar – dem Monat der Erstkonsolidierung durch Adidas – bis September ging der Umsatz von Reebok um 7 Prozent zurück, wie eine Adidas-Sprecherin sagte.

Insgesamt setzte der nach US-Konkurrent Nike weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas im dritten Quartal mit 2,95 Mrd. Euro 53 Prozent mehr um als im vergangenen Jahr. Ohne Reebok wäre der Umsatz um 12 Prozent gestiegen. Der Grund für das Wachstum ist nicht zuletzt in der Fußball-WM im eigenen Land zu suchen, die aber auf der anderen Seite auch hohe Summen fürs Marketing verschlungen hat.

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