Bislang kein Angebot von Finanzinvestor KKR
Gelsenwasser-Verkauf kommt wichtigen Schritt voran

Der Verkauf des zum Eon-Konzern gehörenden Gas- und Wasserversorgers Gelsenwasser ist am Mittwoch einen wichtigen Schritt voran gekommen. Vier Bietergruppen haben nach Informationen aus Verhandlungskreisen ihre Angebote für den Ruhrgebietsversorger beim Bundeswirtschaftsministerium präsentiert. Das Ministerium werde nun zügig abwägen, inwieweit die einzelnen Angebote mit den Auflagen übereinstimmen, die im Zuge der Ministererlaubnis für die Fusion von Eon mit dem Gasgroßhändler Ruhrgas aufgegeben worden waren.

Reuters DÜSSELDORF. Das Ministerium hatte bei der Erteilung der Ministererlaubnis erklärt, es sähe die Zukunft von Gelsenwasser am liebsten bei einem strategischen Investor. Deshalb habe der ebenfalls an Gelsenwasser interessierte Finanzinvestor KKR (Kohlberg Kravis Roberts) bislang kein eigenes Angebot vorgelegt, hieß es in den Verhandlungskreisen.

Zur Bietergruppe für den 80,5-Prozent-Anteil von Eon an Gelsenwasser gehören die Mannheimer MVV Energie, die sich mit den Hamburger Wasserwerken zu einem Konsortium zusammengeschlossen haben. Gemeinsam wollen auch die Stadtwerke Bochum und Dortmund für Gelsenwasser bieten. Darüber hinaus ist in den Kreisen von einem gemeinsamen Angebot der Stadtwerke Düsseldorf und des französischen Wasserversorgers Veolia sowie der Entsorgungsgruppe Rethmann die Rede. Nach dem Erörterungstermin am Mittwoch werde Eon entscheiden, welche Bieter in die engere Wahl für Verkaufsverhandlungen kämen, hieß es in den Kreisen. Bei Eon war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Ein Sprecher der Dortmunder Stadtwerke begründete das Interesse an Deutschlands größtem privaten Wasserversorger mit der „regionalen Verantwortung“ als Ruhrgebietsnachbar. Dortmund ist bislang schon mit 1,2 % und Bochum mit 5,7 % an Gelsenwasser beteiligt. Die enge kommunale Bindung verringert nach Einschätzung von Branchenkreisen jedoch die Chancen der beiden Städte. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass die beiden Städte noch einen der bisherigen Konkurrenz-Bieter oder auch KKR mit ins Boot nehmen werde.

Ein mit der Vorgang Vertrauter sagte, alle Bieter hätten ihrem Angebot eine Erklärung beigefügt, notfalls auch mit anderen zusammengehen zu wollen. Der Preis, den Eon für seinen Mehrheitsanteil erwarten darf, hat sich den Kreisen zufolge sukzessive verkleinert. Realistisch sei ein Preis am unteren Ende der in der Branche als wahrscheinlich genannten Skala von 800 Mill. € bis 1,3 Mrd. €.

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