Bislang keine Kurzarbeit
Stahlbranche im Abschwung

Die Stahlkonzerne haben 2003 bereits abgehakt. Sie haben ihre Produktion bereits deutlich gedrosselt und hoffen auf das nächste Jahr.

HB DÜSSELDORF. Die Bilanzen liegen noch nicht offen. Dass aber das soeben abgelaufene Quartal für die deutschen Stahlkonzerne nicht besonders erfolgreich war, gilt als sicher. Die Auftragseingänge in der Branche waren schon im Frühjahr wieder gesunken. Und um die Preise zu halten, wurde die Produktion in den vergangenen drei Monaten deutlich gedrosselt - in einigen deutschen Stahlküchen um bis zu 40 Prozent. Die Branche gibt sich dennoch gelassen. 2003 ist bei den meisten Unternehmen bereits abgehakt. Die Wirtschaftsvereinigung (WV) Stahl will ihre Jahresprognose vorerst auch aufrecht erhalten.

Überraschend kommt der Abschwung in der deutschen - und auch europäischen - Stahlbranche nicht. Im Juni konnte die Wirtschaftsvereinigung zwar noch einen gegenüber dem Vorjahr stabilen Auftragsbestand von 9,9 Mio Tonnen verbuchen - aber nur auf Grund der zwei Wachstumsquartale von Oktober 2002 bis März 2003. Von April bis Juni sanken die Auftragseingänge bereits wieder um satte 15 Prozent. Die Auswirkungen auf die Produktion ließen nicht lange auf sich warten: Im August etwa lag die Rohstahlherstellung um elf Prozent unter dem Vorjahreswert. Niemand kann auf Mengenanpassungen verzichten.

Dass die Produktion noch weiter sinken wird, hatten die Konzerne bereits in ihren Halbjahresberichten angekündigt. Bei der Nummer 2 in Deutschland, der Salzgitter AG, wurde Ende August von einer Reduzierung um 20 Prozent gesprochen, um das Preisniveau halten zu können. Marktführer ThyssenKrupp Steel wollte keine konkrete Zahl nennen. Dass aber die Produktion „der niedrigeren Nachfrage angepasst“ wurde, bestätigten auch die Duisburger. Der weltgrößte Stahlkonzern, die Luxemburger Arcelor SA, sprach Ende August von einer Mengenanpassung um 15 Prozent. Bei den zum Konzern gehörenden Stahlwerken Bremen sollen es dem Vernehmen nach sogar 40 Prozent sein.

Kurzarbeit gibt es unter den Stahlwerkern trotzdem noch nicht. Dass die Unternehmen auf die derzeitige Situation so gelassen reagieren, liegt nach Ansicht von Branchenkennern auch an dem guten ersten Halbjahr 2003 mit mehr als 90 Prozent Kapazitätsauslastung bei den Stahlherstellern. Gleichzeitig konnten die Unternehmen bei steigender Produktion Preiserhöhungen für ihre Produkte in den Markt bringen, so dass die Zwischenberichte über diese sechs Monate relativ einheitlich ausfielen: Ob ThyssenKrupp in Deutschland, voestalpine in Österreich oder Branchenprimus Arcelor - alle konnten von den höheren Preisen profitieren und deutlich gestiegene Gewinne einfahren. Rückfall im dritten Quartal auf das Vorjahresniveau?



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