Blackstone will das Unternehmen von der Börse nehmen
Celanese verteidigt Übernahme durch Finanzinvestor

Das Management der Kronberger Chemiegesellschaft Celanese hat die Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Blackstone als einen strategisch richtigen Schritt verteidigt.

HB FRANKFURT. Celanese-Chef Andreas Pohlman sagte am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Oberhausen laut Redetext: „Wir, das Celanese-Management, sind überzeugt, dass die Übernahme durch Blackstone richtig war und ist für die Zukunft unseres Unternehmens.“

Damit reagierte das Management auf die laufende Kapitalismusdebatte, in der vor allem ausländische Finanzinvestoren kritisiert worden waren. „Die von bekannten Kreisen vorgebrachten Aussagen zu Finanzinvestoren sind nicht nur falsch und irreführend“, sagte Pohlmann. Sie schadeten auch dem Standort Deutschland.

Mit dem Finanzinvestor könne Celanese aktiver an der Konsolidierung der Chemiebranche teilnehmen und besser wachsen als alleine. „Die Übernahme des Dispersionsgeschäfts von National Starch oder die beabsichtigte Akquisition von Acetex, die beide starke europäische Produktionsstandorte haben, belegen diesen Weg“, ergänzte er. Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2004/2005 (Ende September) gab Pohlmann nicht.

Blackstone hatte 2004 mehr als 84 Prozent der Celanese AG erworben, wobei Aktionären 32,50 Euro je Aktie geboten worden war. Inzwischen wird den verbliebenen Minderheitsaktionären im Rahmen eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages 41,92 Euro je Aktie geboten.

Gegen das Abfindungsangebot ist ein Spruchverfahren anhängig. Der US-Investor Paulson & Co, der nach eigenen Angaben 11,4 Prozent hält, fordert ein deutlich höheres Abfindungsangebot von mindestens 72,86 Euro. Mit seinem Anteilspaket könnte er eine Zwangsabfindung der Minderheitsaktionäre (Squeeze Out) blockieren.

Celanese wollte sich auf dem Aktionärstreffen unter anderem die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung zum Beherrschungsvertrag bestätigen lassen. Paulson & Co hatte angekündigt, dem nur unter der Bedingung eines deutlich höheren Abfindungsgebots zuzustimmen.

Blackstone will das deutsche Unternehmen ganz von der Börse nehmen. Nach der Übernahme der Celanese AG durch Blackstone wurde das Kronberger Chemieunternehmen völlig neu aufgestellt. Es fungiert inzwischen als Dachgesellschaft für das Europageschäft des in Dallas ansässigen Mutterkonzerns Celanese Corp, der seit Januar in New York an der Börse ist.

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