Blei in Barbies Küche
Mattel-Desaster weitet sich aus

Mattel startet die dritte Rückrufaktion binnen weniger Wochen: Der amerikanische Spielwarenhersteller muss in großem Umfang in China produzierte Spielzeuge wegen zu hoher Bleiwerte zurückbeordern. Etwa 38 000 Stück sind nach Angaben des Herstellers auf dem deutschen Markt gelandet.

HB NEW YORK. Betroffen sind diesmal Barbie-Puppen-Zubehör und Spielzeuge der Marke Fisher-Price, insgesamt rund 700 000 Artikel, wie Mattel und die US-Verbraucherschutzkommission am späten Dienstagabend (Ortszeit) bekanntgaben.

Im Einzelnen handelt es sich um 675 000 Artikel von Barbie-Accessoires, die zwischen 30. September 2006 und 20. August 2007 hergestellt wurden, darunter Barbie-Küchenzubehör und -Möbel. Auch knapp 9 000 Artikel aus der Serie „Big Big World 6-in-I Bongo Band“ und 90 000 „Geotrax“-Lokomotiven von Fisher-Price wurden zurückgerufen. Die betroffenen Barbie-Produkte wurden den Angaben zufolge zwischen November 2006 und August 2007 verkauft, die Geotrax-Züge zwischen August 2006 und Juli 2007.

Mattel hatte in den vergangenen Wochen über 20 Mill. in China produzierte Artikel zurückgerufen. Sie waren unter anderem mit bleihaltiger Farbe belastet. Blei kann zu Hirnschäden führen, wenn es von Kindern aufgenommen wird.

Der Mattel-Vorsitzende Robert Eckert hatte im vergangenen Monat bei einer Pressekonferenz bereits gewarnt, dass es weitere Rückrufaktionen geben könnte. Der Konzern hatte nach den ersten beiden Rückrufen vom 1. und 14. August Ermittlungen in chinesischen Zulieferbetrieben aufgenommen und neue Test veranlasst. Die US-Verbraucherschutzkommission erklärte am Dienstag, man prüfe die Einleitung von Ermittlungen, ob Mattel im Zusammenhang mit der Rückrufaktion vom 14. August die Behörden rechtzeitig verständigt habe.

Ende August hatte die amerikanische Spielzeug-Kette Toys „R“ Us rund 27 000 Schreib- und Malkästen aus China zurückgerufen, weil sowohl die Verpackung als auch einzelne Farben Blei enthielten.

80 Prozent des weltweit verkauften Spielzeugs wird in China hergestellt. Hersteller und Händler fürchten nun, dass die Rückrufaktionen das bevorstehende Weihnachtsgeschäft belasten können.

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