Blitzanalyse Schwaches Flüssigkristall-Geschäft bremst Merck aus

Update: 08.03.2018 - 08:08 Uhr Kommentieren
Unter dem Strich verdiente Merck mit 2,6 Milliarden aber knapp 60 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wozu auch ein Sonderertrag von 906 Millionen Euro durch die US-Steuerreform beitrug. Quelle: dpa
Merck

Unter dem Strich verdiente Merck mit 2,6 Milliarden aber knapp 60 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wozu auch ein Sonderertrag von 906 Millionen Euro durch die US-Steuerreform beitrug.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat am Donnerstag seinen Jahresabschluss vorgelegt. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Nettogewinn erhöhte sich um 60 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem ein Sonderertrag von 906 Millionen Euro aufgrund der US-Steuerreform bei.
  • Das operative Ergebnis (Ebit) legte um knapp zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zu.
  • Der Konzernumsatz wuchs ebenfalls um zwei Prozent auf 15,3 Milliarden Euro.
  • Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda sank um knapp zwei Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.
  • Für 2018 rechnet Merck mit einem Rückgang des bereinigten Ebitda, bedingt durch leichte organische Einbußen und einen negativen Währungseffekt von vier bis sechs Prozent.

Das fällt positiv auf

Lifescience-Sparte: Das Geschäft mit Laborreagenzien und Biotech-Zubehör steigerte seinen Umsatz währungsbereinigt um fünf Prozent auf 5,9 Milliarden Euro und erweist sich damit als stabiler Wachstumsfaktor für Merck.

Consumer-Health-Geschäft: Die zum Verkauf stehende Sparte legte um sieben Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich besser als die meisten großen Konkurrenten.

Netto-Finanzschulden: Die Verbindlichkeiten konnten um 1,4 Milliarden Euro auf 10,1 Milliarden Euro reduziert werden.

Das fällt negativ auf

Performance Materials: Das bereinigte Ebitda der Sparte sank um elf Prozent auf 980 Millionen Euro. Grund dafür sind vor allem Marktanteilsverluste und wachsender Preisdruck im bisher hochprofitablen Geschäft mit Flüssigkristallen.

Free-Cashflow: Der schrumpfte um knapp ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Euro, den niedrigsten Wert seit sechs Jahren.

Wichtige Medikamente: Die drei bisherigen Bestseller im Pharmageschäft, das Multiple-Sklerose-Medikament Rebif, das Krebsmittel Erbitux, und das Fruchtbarkeitsmedikament Gonal-f verbuchten durchweg Umsatzeinbußen.

Wie es weitergeht

Merck wird sich auch im Jubiläumsjahr 2018 in einer eher stagnierenden Phase bewegen mit wenig Schwung bei Umsatz und Ergebnis. Entscheidend wird es für den Konzern sein, seine Pharma-Neuentwicklungen Bavencio (Krebs) und Mavenclad (Multiple Sklerose) gut im Markt zu etablieren, den Abwärtstrend im Flüssigkristallgeschäft zu stoppen und die Consumer Healthcare-Sparte zu einem guten Preis zu verkaufen.

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